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Rezension Khatia Buniatishvili – Kaleidoscope

In der Ruhe liegt die Kraft

Momente des Geheimnisvollen: Khatia Buniatishvili rhythmisiert Mussorgsky, Ravel und Strawinsky.

vonChristoph Vratz,

Ein vorsichtiges Hinein-Lugen, kein stolzes Paradieren. Nachdenklichkeit dominiert die erste Promenade in den „Bildern einer Ausstellung“, die Khatia Buniatishvili nun mit Strawinskys „Petruschka“-Sätzen und Ravels „La Valse“ kombiniert hat. Der Gnom als fratzenhafter Springteufel, die Tuilerien als koketter Kinder-Tummelplatz, filigranes Draufgänger-Ballett der Küken in Eierschalen, exzentrisch die Baba-Yaga – all das spielt Buniatishvili sehr erzählfreudig, anschlagsvariabel und ohne an der langen Tradition der Interpretationsgeschichte dieses Stückes zu zergrübeln. „La Valse“, dieser taumelnde Walzer-Abgrund, lebt von Buniatishvilis pianistischer Energie und von ihrer exzellenten Technik, gerät aber vielleicht etwas zu monochrom. Auch bei Strawinsky ist ihr Klang orchestral, ihre Rhythmik bestechend. Zu wirklichen Höhepunkten werden jedoch die Ruhephasen, die Momente des Geheimnisvollen.

Kaleidoscope
Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung
Ravel: La Valse
Strawinsky: Drei Sätze aus „Petruschka“

Khatia Buniatishvili (Klavier)
Sony Classical

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