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Rezension Samuel Hasselhorn – Hoffnung

Virile Sensibilität

Bariton Samuel Hasselhorn und sein Klavierpartner Ammiel Bushakevitz setzen ihre hochklassige Anthologie an Schubert-Liedern fort.

vonRoland H. Dippel,

Der Bariton Samuel Haselhorn kultiviert ein Musiktheater-Repertoire mit so großer Vielfalt wie früher Dietrich Fischer-Dieskau. Aber anders als die Bariton-Legende des 20. Jahrhunderts, die ihre Lied-Kompetenzen in den Dienst der Bühne stellte, überführt Hasselhorn aus seinen Rollenporträts wie „Mathis der Maler“ und Pelléas die opernhafte Fülle in Franz Schuberts Schaffen aus dessen letzten Lebensjahren. Hasselhorn harmoniert mit dem koloristisch und rhythmisch wunderbar austarieren-den Ammiel Bushakevitz am Klavier in dramatischen Momentaufnahmen aus sonorer Kraft und bezwingenden Pastelltönen. Die noch jung klingende Stimme hat Reife, Eindringlichkeit und virile Weichheit. Immer ist die vokale Periode wichtiger als die für den poetischen Stimmungsgehalt gute, weil nicht zu akzentuierte Diktion. So vereint Hasselhorns Gestaltung Bodenhaftung und Schweben. Die Auswahl beinhaltet Verherrlichungen der Musik, Naturbilder, Stimmungsschilderungen und Frauenlob. Über der Psychologie vergisst das perfekte Duo nie den Anlass: Bei den Wiener Schubertiaden war Melancholie nur eine Farbe von vielen, die mit der Ausgelassenheit von Schuberts Freundeskreis wechselten. So entsteht eine hochklassige Anthologie.

Hoffnung
Schubert: Um Mitternacht, Wiegenlied, Ständchen, Der Wanderer an den Mond, Die Blume und der Quell, Sehnsucht u. a.

Samuel Hasselhorn (Bariton), Ammiel Bushakevitz (Klavier)
harmonia mundi

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