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Rezension Maria Ioudenitch – Songbird

Sprechend und kantabel

Die junge Geigerin Maria Ioudenitch und ihr Pianist Kenny Broberg beweisen auf „Songbird“, wie gut die Liedkunst auf der Violine klingen kann.

vonSabine Näher,

„Die Stimme der Geige mit einem Liederzyklus ohne Worte“: So wirbt die Plattenfirma für die CD „Songbird“ mit der jungen, vielfach ausgezeichneten Geigerin Maria Ioudenitch. Geboren im russischen Balashov, aufgewachsen im amerikanischen Kansas City, beschreibt sie sich selbst als „Amerikanerin mit russischer Seele“. Der die deutsche Romantik gleichwohl sehr vertraut ist, wie die innige Interpretation von Romanzen Clara und Robert Schumanns oder eines Liedes von Fanny Mendelssohn beweist. Das russische Repertoire ist mit Tschaikowsky, Medtner, Glinka und Rachmaninow vertreten, die Moderne mit Nadia Boulanger und Amy Beach. Die Geigerin, begleitet vom einfühlsamen Pianisten Kenny Broberg, musiziert sehr sprechend und kantabel. Zentrales Werk ist Schuberts Fantasie für Violine und Klavier D 934, in der er sein Lied „Sei mir gegrüßt“ zitiert – eine weitere Verbindung zwischen Vokalem und Instrumentalem. Darauf folgt Strauss’ Lied „Morgen“. Das Konzept zu „Songbird“ überzeugt. Vermutlich aber nicht jene, für die die menschliche Stimme nicht durch eine noch so wunderbare Geige zu ersetzen ist.

Maria Ioudenitch
Maria Ioudenitch

Songbird
Werke von C. Schumann, R. Schumann, Hensel, Boulanger, Beach, Tschaikowsky, Rachmaninow, R. Strauss u. a.

Maria Ioudenitch (Violine), Kenny Broberg (Klavier)
Warner Classics

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