Das ist das Gute an der ARD, dass in der föderalen Senderfamilie auch mal Kooperationen möglich sind. So kann sich Expertise geballt ergänzen. Etwa wenn sich für die spätromantische Sakralmusik von Anton Bruckner der WDR Rundfunkchor mit dem SWR Vokalensemble und dem SWR Symphonieorchester verbindet. Unter der Leitung von Pablo Heras-Casado klingt Bruckners „Te Deum“ wie aus einem Guss. Man hört, dass Bruckner von der Orgel kam, Chor und Orchester wirken wie mächtige, differenzierte Orgelregister. Wunderbar werden die harmonischen Färbungen bei Bruckners Chor-Orchestersatz herausmodelliert, Instrumentensoli sorgen für markante Farbpunkte. Die Chöre sind durchgehend gut verständlich in ihrer Diktion, die Gesangssolisten fügen sich hier stimmig ins Kollektiv ein und ergänzen sich gut untereinander. Das „Te Deum“ ist allerdings ein eher holzschnittartiges Werk im Vergleich zur viel lebhafteren Messe Nr. 3 f-Moll von Bruckner. Hier können die Kräfte ihre Vielseitigkeit und Ausdruckskraft demonstrieren. Dieses Vokalwerk führt in Klangwelten, die wendiger, vielgestaltiger, auch sinnlicher, leidenschaftlicher, kantabler sind, die Orchesterstimmen fächern sich stärker auf. Beide Werke gelingen überzeugend.
Bruckner: Messe Nr. 3 f-Moll & Te Deum
Christina Landshamer (Sopran), Erika Baikoff (Sopran), Sophie Harmsen (Mezzosopran), Wiebke Lehmkuhl (Alt), Daniel Behle (Tenor), Sebastian Kohlhepp (Tenor), Franz-Josef Selig (Bass), Matthew Rose (Bass), SWR Vokalensemble, WDR Rundfunkchor, SWR Symphonieorchester, Pablo Heras-Casado (Leitung)
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