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Rezension Sondra Radvanovsky – Puccini Heroines

Starsopran mit Nostalgie-Feuer

In diesem live mitgeschnittenen Puccini-Abend glänzt Sopranistin Sondra Radvanovsky mit dramatischer Intensität und überraschenden Nuancen.

vonRoland H. Dippel,

Im Zeitalter von personalisierten Playlists zeugt die Veröffentlichung eines Puccini-Albums von großem Mut und Elitebewusstsein. Dieses entstand bei einem immer wieder von begeistertem Applaus unterbrochenen Konzert im Februar 2025. Alle Erwartungen werden voll und reichlich erfüllt. Dirigent Enrique Mazzola setzt leichtgewichtig verdichtende Akzente anstelle üppigen Sentiments. Damit überlässt er die imponierenden Leuchtraketen Sopranistin Sondra Radvanovsky, die sich hier auch an ihre erste „Bohème“-Mimì vor 30 Jahren erinnert. Ihr am längsten gehaltener Ton ist das hohe A im eher durchtriebenen als innigen Solo Laurettas aus „Gianni Schicchi“. Am wohlsten fühlt sich Radvanovsky derzeit in „Madama Butterfly“ und „Manon Lescaut“, wo es um das stetige Wechselspiel von In-Sich-Hineinhören, das Herausschreien emotionaler Zerreißproben und Erinnerungen an vergangene Glückstaumel geht. Die Primadonna herausfordernder Frauenschicksale hat eine hohe Affinität für die hier bereits etwas porös wirkende Machtattitüde der „Turandot“ und macht Magdas anspielungsreiche Salon-Romanze aus „Die Schwalbe“ zum bravourösen Höhepunkt. Radvanovsky ist auch darin echte Diva, wie sie aus berühmten Stücken Überraschungsfunken schlägt.

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Puccini Heroines
Puccini: Le Villi (Auszüge), La Bohème (Auszüge), Madama Butterfly (Auszüge) u. a.

Sondra Radvanovsky (Sopran), Lyric Opera of Chicago Orchestra, Enrique Mazzola (Leitung)
Pentatone

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