Andrew Lloyd Webber: Requiem

Lateinische Totenmesse eines Musicalkönigs

Andrew Lloyd Webber schrieb sein Requiem für seinen 1982 verstorbenen Vater.

© Lev Radin/Shutterstock

Meister des Ohrwurms: Komponist Andrew Lloyd Webber

Meister des Ohrwurms: Komponist Andrew Lloyd Webber

„Make A Joyful Noise“ („Macht fröhlichen Lärm“) – schallte es pompös in der Westminster Abbey anlässlich der Krönung von Charles III.: Andrew Lloyd Webbers Hymne auf seinen neuen König, dessen Mutter, die einstige Queen, ihn zum Ritter schlug und später zum Baron of Sydmonton Court mit Sitz im House of Lords ernannte. Vorab wurde Webbers Partitur an 6.000 Kirchen im Land verteilt, auf das sein Werk auch nach der Krönung in London zu hören sei. Eine große Ehre für den britischen König des Musicals, der mit seinen kitschig-berührenden Melodien zwischen Mainstream-Rock und Sentimental-Puccini keinen kalt lässt.

Die Älteren erinnern sich noch an „Jesus Christ Superstar“, der das Hippie-Lebensgefühl der frühen Siebziger kommerzialisierte. Andere an „Memory“ aus der Revue „Cats“ (1981) nach Kindergedichten von T. S. Eliot oder „Don’t cry for me, Argentina“ aus dem Biografical „Evita“ (1978) über die argentinische Präsidentengattin, das Webber – etwas prätentiös – politisch als ein Plädoyer für die Demokratie verstanden wissen wollte. Für den Song „You must love me“ erhielt Webber den Oscar, außerdem gewann er drei Grammys, einen Golden Globe und sieben Tony Awards. Ob „Sunset Boulevard“ oder das Rollschuhspektakel „Starlight Express“, fast jedes Werk erwies sich als Dauerbrenner, ob im Londoner West End oder am New Yorker Broadway und oft – in Richard Wagner Manier – in eigens dafür gebauten Theatern, wie in Bochum.

Andrew Lloyd Webber: Sehnsucht, als ernster Komponist anerkannt zu werden

Für alle Aufführungen auf der ganzen Welt aber gilt: Nur die von Webber genehmigte und betreute Uraufführungsproduktion darf gespielt werden. Globalisierte Unterhaltungsindustrie nennt sich das, und es geht zu wie bei McDonald’s. Überall gibt es den Hamburger in derselben Qualität und Optik zu kaufen. Dass er selbst vor allem Ideen lieferte und andere die Ausarbeitung leisteten, daraus hat Webber, Sohn eines Professors am Royal College of Music in London, nie ein Geheimnis gemacht.

Die Sehnsucht, als ernster Komponist anerkannt zu werden, aber blieb bei dem Künstler, der der Konservativen Partei auch mal zwei Schlager zur Wahl komponierte. Sein Requiem, das er in Gedenken an seinen Vater schrieb, wurde 1985 in New York von Lorin Maazel uraufgeführt.

Termine

Sonntag, 03.03.2024 11:00 Uhr Historische Stadthalle Wuppertal

Arabella Steinbacher, Sinfonieorchester Wuppertal, Patrick Hahn

Beethoven: Violinkonzert D-Dur op. 61, Zemlimsky: Die Seejungfrau

Montag, 04.03.2024 20:00 Uhr Historische Stadthalle Wuppertal

Arabella Steinbacher, Sinfonieorchester Wuppertal, Patrick Hahn

Beethoven: Violinkonzert D-Dur op. 61, Zemlimsky: Die Seejungfrau

Samstag, 09.03.2024 20:00 Uhr Prinzregententheater München

Chor des Bayerischen Rundfunks, Krista Audere, Johann Jahn

Brahms: Warum ist das Licht gegeben des Mühseligen? op. 74/1 & Schaffe in mir, Gott, ein rein Herz op. 29/2, Mahler/Gottwald: Ich bin der Welt abhanden gekommen, Mendelssohn: Warum toben die Heiden op. 78/1, Grigorjeva: In paradisum & Alleluia, Vivancos: Aeternam, Forte: Four Sacred Pieces

Sonntag, 17.03.2024 16:00 Uhr Opernhaus Wuppertal

Wagner: Tristan und Isolde

Samuel Sakker (Tristan), Erik Rousi (König Marke), Kirstin Sharpin (Isolde), Martijn Sanders (Kurwenal), Jason Lee (Melot), Jennifer Feinstein (Brangäne), Patrick Hahn (Leitung), Martin Andersson (Regie)

Sonntag, 24.03.2024 16:00 Uhr Opernhaus Wuppertal

Wagner: Tristan und Isolde

Samuel Sakker (Tristan), Erik Rousi (König Marke), Kirstin Sharpin (Isolde), Martijn Sanders (Kurwenal), Jason Lee (Melot), Jennifer Feinstein (Brangäne), Patrick Hahn (Leitung), Martin Andersson (Regie)

Freitag, 29.03.2024 18:00 Uhr Kölner Philharmonie

J. S. Bach: Matthäus-Passion BWV 244

Jeanine De Bique (Sopran), Ulrike Malotta (Alt), Sebastian Kohlhepp (Evangelist), Fabio Trümpy (Tenor), Krešimir Stražanac (Bassbariton), Thomas Stimmel (Christus), Chor des Bayerischen Rundfunks, Gürzenich-Orchester Köln, Peter Dijkstra (Leitung)

Mittwoch, 03.04.2024 19:00 Uhr Historische Stadthalle Wuppertal

Williams: Musik zu „Star Wars“

Sinfonieorchester hautnah
Samstag, 06.04.2024 19:30 Uhr Opernhaus Wuppertal

Patrick Hahn

Werke von Kreisler

Sonntag, 07.04.2024 18:00 Uhr Opernhaus Wuppertal

Schönberg: Erwartung & Smyth: Der Wald (Premiere)

Patrick Hahn (Leitung), Manuel Schmitt (Regie)

Sonntag, 14.04.2024 11:00 Uhr Historische Stadthalle Wuppertal

Sinfonieorchester Wuppertal, Patrick Hahn

Williams: Adventures on Earth aus „E.T.“, Main Themes aus „Jurassic Park“ & „Der weiße Hai“, Varèse: Amériques, Rachmaninow: Sinfonie Nr. 2 e-Moll op. 27

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