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Christian Tetzlaff startet als Artist in Residence beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Ein Andenken als Auftakt

Christian Tetzlaff eröffnet seine Residenz beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin mit einem sehr besonderen Violinkonzert.

vonSusanne Bánhidai,

Seit vielen Jahren verbindet Christian Tetzlaff und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) eine enge künstlerische Partnerschaft, die in dieser Spielzeit eine neue Intensität gewinnt: Der Geiger ist Artist in Residence des Orchesters – ein Musiker, der wie kaum ein anderer das Ideal einer kompromisslosen, geistig durchdrungenen Interpretation verkörpert und auch für außermusikalisches Engagement bekannt ist. „Für die kommende Saison mit dem RSB freue ich mich besonders darauf, intensiveren Kontakt mit einem Orchester zu bekommen, Stücke zu spielen, die mir wirklich über lange Zeit ans Herz gewachsen sind. Und ich darf all dies in meiner jetzigen Heimatstadt Berlin machen – das ist eine wunderbare Mischung!“

Zum Auftakt seiner Residency hat Tetzlaff gemeinsam mit Chefdirigent Vladimir Jurowski ein Werk gewählt, das zu den bewegendsten des 20. Jahrhunderts zählt: Alban Bergs Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“ – eine persönliche Meditation über Verlust, Erinnerung und Transzendenz. „Das Alban-Berg-Violinkonzert zu spielen, ist immer eine tiefe Beglückung und eine große Herausforderung. Das Stück ist ein komponiertes Requiem, ein Werk über sein eigenes Leben und seine große, verlorene Liebe zu Hanna Fuchs“, sagt Tetzlaff.

Umrahmt wird dieses Werk von Johannes Brahms’ zweiter Sinfonie und „Terricone“ der ukrainischen Komponistin Anna Korsun, einem farbenreichen Orchesterstück von großer klanglicher Fantasie.

Zwischen Hörlabor und Happening

Christian Tetzlaffs Residenz-Konzerte ermöglichen Raum für Begegnung, Austausch und Experiment. In mehreren großen Sinfoniekonzerten, einem Kammermusikabend und in Vermittlungsformaten wird er in unterschiedlichen Funktionen zu erleben sein – als Musiker, Mentor und Gesprächspartner.

So versteht Tetzlaff seine Residenz nicht als Abfolge von Auftritten, sondern als fortlaufenden Prozess. „Ich möchte gemeinsam mit dem Orchester und dem Publikum erleben, wie sich Musik verwandelt, wenn man sie immer wieder neu befragt“, sagt er.

Im Januar findet die Residenz, die alle Facetten von Hörlabor bis Happening zeigen wird, ihre Fortsetzung mit einer ebenso enthusiastischen Programmplanung mit Werken von Eduard Resatsch, Josef Suk und Sergej Prokofjew.

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