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Lieblingsstück Hille Perl

Marin Marais: Suitte d’un Goût Étranger

Für Gambistin Hille Perl sind vor allem zwei Stücke aus Marin Marais‘ „Suitte d’un Goût Étranger“ ganz besonders.

vonRedaktion,

Hille Perls Lieblingsstück ist Marin Marais‘ „Suitte d’un Goût Étranger“: Sicher werden mir alle Gambisten zustimmen, wenn ich sage, dass Marin Marais ein besonderer Komponist für dieses Instrument war. Er hat etwa 800 Werke für Gambe verfasst, die in fünf Büchern zusammengefasst wurden. Davon ist mir das 1717 erschienene vierte Buch am liebsten, weil es die berühmte „Suitte d’un Goût Étranger“ enthält. Er komponierte sie im ausländischen Geschmack und brach damit alle Regeln. Statt eines Préludes oder einer Fantasie am Anfang beginnt sie mit einem Tatarenmarsch.

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Zwei Stücke daraus liegen mir besonders am Herzen. Zum einen „Le Labyrinthe“. Man nimmt an, dass Marais sich hier auf das wirklich vorhandene Labyrinth im Schlossgarten Versailles bezieht, in dem die Brunnenfiguren aus Aesops ­Fabelwelt versteckt waren. Marais’ musikalisches Labyrinth geht in ­viele verschiedene Tonarten und kommt immer in einer anderen Tonart auf dasselbe Thema zurück. Dazwischen hat es Teile, in denen es nach einer Schlange, einem Esel oder einem Ungeheuer klingt. Es ist so ungewöhnlich und erfinderisch und reizt alle Möglichkeiten der Gambe aus! Das fabelhafte „Le Badinage“ wiederum spielt viel mit dem Verhältnis zwischen leeren und gegriffenen Saiten. Man hat quasi immer gebrochene Arpeggien, die zum Klingen kommen. Es macht großen Spaß, es zu spielen, auch das Publikum liebt das Werk. Beide Stücke kann man auf keinem anderen Instru­ment darstellen. Die Faszination liegt in der Verbindung der Idiomatik der Gambe mit dem Klang. Das ist einfach beglückend – und bis heute unerreicht!

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