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Víkingur Ólafsson gastiert in Essen

Víkingur Ólafsson sieht grün

Der isländische Pianist Víkingur Ólafsson untersucht die synästhetischen Qualitäten der Tonarten e-Moll und E-Dur.

vonPatrick Erb,

Als Synästhetiker verbindet Pianist Víkingur Ólafsson die Farbe Grün mit dem Ton E. Sein Programm „Opus 109“ ist daher ein grüner Kosmos: Sämtliche Werke kreisen um E-Dur und e-Moll, jene für ihn schillernden Tonarten zwischen hellem Leuchten und moosiger Tiefe. Den konzeptionellen Kern bilden Beethovens Sonaten op. 90 und op. 109 sowie Schuberts e-Moll-Sonate D 566. Ólafsson versteht sie als Dialog über Generationen hinweg – und als Rückbindung an Bach. Dessen Einfluss sei in Beethovens späten Sonaten besonders spürbar; das Variationenfinale von op. 109 deutet er als Reverenz an die „Goldberg-Variationen“. Mit der Partita Nr. 6 in e-Moll und Miniaturen aus dem „Wohltemperierten Klavier“ und der Französischen Suite rahmt Ólafsson das Programm. Beethovens intime, zweisätzige Sonate op. 90 erscheint dabei als Wegbereiter zu op. 109 und als Impuls für Schuberts D 566, die Víkingur Ólafsson nicht als Fragment, sondern als bewusstes Gegenstück begreift. Mit seinem aktuellen Tourprogramm gastiert der Isländer nun in Essen.

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