Startseite » Rezensionen » Berückend

Rezension Georg Nigl – Vanitas

Berückend

Diese Schubert-Lieder, interpretiert von Bariton Georg Nigl, kommen einem ganz nah. Dazu passt, wie Olga Pashchenko am Hammerklavier spielt, den Gesang umhüllt und ausdeutet.

vonEcki Ramón Weber,

Diese Auswahl an Schubert-Liedern kommt einem beim Hören ganz nah, sie lädt ein mitzugehen. Nur zu gerne: Georg Nigl orientiert sich mit seinem schlanken Bariton am Sprechgestus, sympathisch unaufgeregt, aber mit deutlicher Haltung und direkter Ansprache. Mitunter gestaltet er seine Einsätze so mühelos und lebhaft, dass sie wirken wie eine spontane Eingebung. Das alles bei präziser Textverständlichkeit. So gelingt tatsächlich eine Intimität, jedoch ohne aufdringlich zu werden, eher als Angebot. Dazu passt, wie Olga Pashchenko am Hammerklavier spielt, mit den eigentümlichen Farben des Instruments den Gesang umhüllt und ausdeutet. Bei Beethovens Zyklus „An die ferne Geliebte“ vermitteln sich eindrucksvoll das Fragile und das Sehnen. Die sieben Stücke von Wolfgang Rihms Zyklus „Vermischter Traum“, mit modernem Flügel begleitet, geraten bei Nigl und Pashcheno zu expressiv-dramatischen Szenen. Berückend!

Georg Nigl
Georg Nigl

Vanitas
Schubert: Im Freien D 880, Die Sommernacht D 289, Die Taubenpost D 965A, Die Forelle D 550, Der Wanderer an den Mond D 870, Das Zügenglöcklein D 871, Abenstern D 806, Fischerweise D 881, Der Winterabend D 938, Die Sterne D 939, An die Musik D 547 & Wandrers Nachtlied D 768
Beethoven: An die ferne Geliebte op. 98
Rihm: Vermischter Traum (Grypius-Stück)

Georg Nigl (Bariton), Olga Pashchenko (Hammerklavier & Klavier)
Alpha

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Aktuelle Rezensionen

  • „Es ist eine ewige Entdeckungsreise“
    Interview Rudolf Buchbinder

    „Es ist eine ewige Entdeckungsreise“

    Pianist Rudolf Buchbinder über Schuberts Tänze, das Grafenegg Festival, seine Faszination für verschiedene Ausgaben von Beethoven-Sonaten – und die Fußball-Weltmeisterschaft.

Anzeige

Audio der Woche

Atemberaubendes Feuerwerk

Mit funkelnder Virtuosität und unbändiger Ausdruckskraft widmet sich Simone Kermes einer echten Rarität: der Arie È follia d’un alma stolta aus dem Oratorium Giob von Carl Ditters von Dittersdorf. Ein atemberaubendes Feuerwerk klassischer Koloraturkunst – und die Wiederentdeckung eines nahezu vergessenen Meisterwerks. Ein Track aus dem neuen Album „La Luce“.

jpc Logo
Amazon Logo
Apple Music Button

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!