Startseite » Rezensionen » Wunderbar verrückt

CD-Rezension Maurice Steger

Wunderbar verrückt

Die berühmteste Follia stammt zwar von Arcangelo Corelli und ist nicht auf dieser CD. Doch dass auch Alessandro Scarlatti über die in ganz Europa verbreitete Harmoniefolge im Sarabandenrhythmus trefflich zu improvisieren vermochte, zeigt Maurice Steger in seiner wunderbaren Sammlung neapolitanischer Blockflötenmusik, die um 1725 entstand. Er präsentiert sie mit seiner einzigartigen, ausgelassen-hemmungslosen und doch konzentrierten…

vonKlemens Hippel,

Die berühmteste Follia stammt zwar von Arcangelo Corelli und ist nicht auf dieser CD. Doch dass auch Alessandro Scarlatti über die in ganz Europa verbreitete Harmoniefolge im Sarabandenrhythmus trefflich zu improvisieren vermochte, zeigt Maurice Steger in seiner wunderbaren Sammlung neapolitanischer Blockflötenmusik, die um 1725 entstand. Er präsentiert sie mit seiner einzigartigen, ausgelassen-hemmungslosen und doch konzentrierten Spielfreude, die zu den hier eingespielten Werken perfekt passt: Atemberaubende Virtuosität, immer wieder jähe Brüche, dann plötzlich eine ebenso schlichte wie schöne Melodie: Den Titel der „Verrücktheiten“ hat sich die CD wirklich verdient. Schade, dass diese Blockflötenverrücktheit in Neapel nur wenige Jahre währte. Und dass sich das wirklich ausgezeichnetes Ensemble, das mit dem Schweizer Blockflötisten musiziert, nicht einmal einen Namen gegeben hat.

Una Follia di Napoli (Concerti & Sinfonie per Flauto Anno 1725)
Maurice Steger (Blockflöte) &
Ensemble
harmonia mundi

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Aktuelle Rezensionen

  • „Es ist eine ewige Entdeckungsreise“
    Interview Rudolf Buchbinder

    „Es ist eine ewige Entdeckungsreise“

    Pianist Rudolf Buchbinder über Schuberts Tänze, das Grafenegg Festival, seine Faszination für verschiedene Ausgaben von Beethoven-Sonaten – und die Fußball-Weltmeisterschaft.

Anzeige

Audio der Woche

Atemberaubendes Feuerwerk

Mit funkelnder Virtuosität und unbändiger Ausdruckskraft widmet sich Simone Kermes einer echten Rarität: der Arie È follia d’un alma stolta aus dem Oratorium Giob von Carl Ditters von Dittersdorf. Ein atemberaubendes Feuerwerk klassischer Koloraturkunst – und die Wiederentdeckung eines nahezu vergessenen Meisterwerks. Ein Track aus dem neuen Album „La Luce“.

jpc Logo
Amazon Logo
Apple Music Button

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!