„Theoretisch oder praktisch verstand Heine gar nichts von Musik“, so sein Freund Ferdinand Hiller. Der Dichter konterte, dass „nichts unzulänglicher“ sei „als das Theoretisieren in der Musik“. Schließlich sei „das Wesen der Musik die Offenbarung, und die wahre musikalische Kritik eine Erfahrungswissenschaft“. Heines Kritik kümmerte sich nicht um politische Korrektheit: „Er schrie wie ein Waldesel“. Trotzdem wurde er mit 6 833 Vertonungen zum beliebtesten Dichter unter den Komponisten, die er auch bewundern konnte. Chopin kam für ihn „aus dem Lande Mozarts, Raffaels“, Liszt war ihm „der Attila, die Geißel Gottes aller Erardschen Pianos“, und Mendelssohn bescheinigte er eine „ernsthafte“, fast schon „passionierte Indifferenz“. Clara Wieck hatte er in Paris als dreizehnjähriges Wunderkind erlebt. Sie erinnerte sich an einen Menschen, der mit „viel Erbitterung über Deutschland“ sprach. Später vertonte sie einige seiner Gedichte. Die „Dichterliebe“ ihres Gatten Robert Schumann aber war für die Ewigkeit bestimmt. Am Klavier begleitet von Olena Kushpler singt Benjamin Appl einige Heine-Vertonungen, Barbara Auer und Jens Harzer bereichern den Liederabend literarisch.
Hommage an Heinrich Heine in der Elbphilharmonie
Wenn der Waldesel schreit
Bariton Benjamin Appl und Pianistin Olena Kushpler beleuchten in einem Literaturkonzert Heinrich Heines Verhältnis zur Musik.
-
Eigentlich studierte der 1982 in Regensburg geborene Benjamin Appl Betriebswissenschaft, entschied sich aber schließlich doch für eine Gesangskarriere. Aufbauend auf seiner Stimmausbildung bei den Regensburger Domspatzen studierte er an der Hochschule für Musik und Theater in München und an der Bayerischen Theaterakademie…
Mehr auf dem Künstlerportal
-
Die Konzertauftritte der Pianistin Olena Kushpler werden regelmäßig vom Publikum begeistert aufgenommen und mit großem Lob von der Presse bedacht. Die Wahl-Hamburgerin ist gern gesehener Gast auf dem Rheingau-Musikfestival, dem Schleswig-Holstein Musik Festival und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern ebenso wie im Konzerthaus Berlin, dem…
Mehr auf dem Künstlerportal
Termine
-
Termintipp
Fr., 13. November 2026 20:00 Uhr
Villa Papendorf, PapendorfKonzert
Vom Zauber einer verwehenden Sprache
Olena Kushpler (Klavier), Ulrich Tukur (Rezitation), Christian Redl (Rezitation)
-
Termintipp
Sa., 14. November 2026 20:00 Uhr
Villa Papendorf, PapendorfKonzert
Vom Zauber einer verwehenden Sprache
Olena Kushpler (Klavier), Ulrich Tukur (Rezitation), Christian Redl (Rezitation)
-
Termintipp
So., 20. Dezember 2026 17:00 Uhr
MaiHof, Kirchensaal, LuzernKonzert
Schubert/Have: Winterreise op. 89
Benjamin Appl (Bariton), Festival Strings Lucerne Chamber Players
-
Konzert
Benjamin Appl, Jerusalem Quartet
Schumann: Belsazar op. 57, Dein Angesicht aus Fünf Lieder und Gesänge op. 127, Mit Myrthen und Rosen Liederkreis op. 24, Brahms: Romanze aus Streichquartett c-Moll op. 51/1, Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen, Barber: Dover Beach op. 3, Webern: Langsamer Satz & Drei Stücke, Schönberg: Gigerlette aus Brettl-Lieder, Kreisler: Old Refrain, Heymann: Irgendwo auf der Welt aus „Ein blonder Traum“
-
Konzert
Hovhannes Baghdasaryan, Sebastian Mirow, Olena Kushpler
Beethoven: Klaviertrio D-Dur op. 70/1 „Geistertrio“, Mendelssohn: Klaviertrio c-Moll op. 66, Schostakowitsch: Klaviertrio Nr. 2 e-Moll op. 67
-
Konzert
J. S. Bach: Matthäus-Passion BWV 244
Grafenegg Jahreszeitenklänge
-
Konzert
Benjamin Appl, Franziska Hölscher, Harriet Krijgh, Herbert Schuch
Werke von Schubert & Schumann
-
Termintipp
Fr., 11. Juni 2027 19:30 Uhr
La Cité Bleue, GenfMusiktheater
Que personne ne sache où nous sommes
Katarina Bradić (Mezzosopran), Benjamin Appl (Bariton), Orchestre de Chambre de Genève, Silvina Peruglia (Leitung), David Lescot (Regie)
Auch interessant
-
Benjamin Appl singt Werke von Schumann und Kurtág
Von Glaube und Trost
Bariton Benjamin Appl erforscht mit Kunstliedern von Schumann und Kurtág zwei hochunterschiedliche Traditionen.
-
Kammermusikfest Hamburg 2025: Zauber der Stimme
Stimme von A bis Z
Die Kammermusikfreunde Hamburg feiern die menschliche Stimme mit einem klug kuratierten Konzert in der Elbphilharmonie.
-
Konzert-Kritik: Martha Argerich Festival – Die Welt von Gestern
Das Gestern, dem auch ein bisschen Heute innewohnt
Yaron David Müller-Zach inszeniert beim Martha Argerich Festival Stefan Zweigs „Die Welt von Gestern“ als bewegendes Zeitbild – mit Elena Bashkirova, Olena Kushpler, Talia Or, Moritz Tostmann und Volker Hanisch. Musik und Worte im Dialog über Erinnerung, Verlust und die leise Warnung der Geschichte.
-
Konzertlesung „Übers Meer“ mit Olena Kushpler & Barbara Auer
Mitgerissen von der Faszination des Wassers
Pianistin Olena Kushpler und Schauspielerin Barbara Auer laden mit einer Konzert-Lesung zur Reise „Übers Meer“.
Rezensionen
-
Rezension Benjamin Appl – For Dieter
Emanzipiert
Benjamin Appl verneigt sich mit einer klingenden und weitgefächerten Biografie vor seinem Lehrer Dietrich Fischer-Dieskau.
-
Rezension Benjamin Appl – Lines of Life
Viril und zupackend
Der 99-jährige Komponist György Kurtág und Bariton Benjamin Appl setzen in Lied-Miniaturen irdische Akzente gegen den Tod.
-
Rezension Olena Kushpler – Nostalgia
In die Stille hineinhorchen
Olena Kushplers „Nostalgia“ berührt und stimmt zugleich nachdenklich.
-
Interview Michael Volle„Am Ende zählt die künstlerische Wahrheit“
Über Wagner kam Michael Volle zur Oper – und von Mannheim bis nach Bayreuth, wo er dieses Jahr als Wotan im sogenannten „KI-Ring“ zu erleben ist.
Anzeige
Audio der Woche
The Bach Project – 75 Jahre Neubrandenburger Philharmonie
Das Jubiläumsalbum der Neubrandenburger Philharmonie ist eine glänzende Hommage an Bach, der wie niemand sonst Tradition und Vision, Struktur und Ausdruck, Klarheit und Emotion in sich zusammenfasste.







