Mein Lieblingsstück: Vladimir Jurowski

Mahler: Das Lied von der Erde

Der meditative Stil in Gustav Mahlers „Das Lied von der Erde“ fasziniert den russischen Dirigenten Vladimir Jurowski seit seiner Jugend.

© Simon Pauly

Vladimir Jurowski

Vladimir Jurowski

Im August 1990 siedelte ich mit meiner Familie um. Wir fuhren in die DDR und wussten, dass wir nicht mehr zurückkehren werden. Zwei symbolträchtige Dinge nahm ich in meiner Tasche aus Moskau mit: den Roman „Die Brüder Karamasow“ und eine Taschenpartitur von Mahlers „Lied von der Erde“. Es war eins der ersten Werke von Mahler, die ich überhaupt gehört habe. Mein Vater hatte eine Schallplatte mit den New Yorker Philharmonikern unter Bruno Walter. Ich war ungefähr fünfzehn Jahre alt und gerade dem Musikkolleg am Moskauer Konservatorium beigetreten. Selbstverständlich konnte ich damals noch nicht alles, was es in diesem Werk zu enträtseln gibt, verstehen. Aber der erste und der letzte Satz haben sich mir sofort eingeprägt.

Eine wasserfarbene Tönung der Musik

Weil Mahlers Werke auf den Programmen in der damaligen Sowjetunion selten waren, hat es lange gedauert, bis ich die anderen Stücke von ihm kennen gelernt habe. Später wurde mein Verhältnis zu diesem Zwitter aus Sinfonie und Liederzyklus immer intensiver. Ich entdeckte, dass sich der Komponist wie ein Dichter betätigte. Die altchinesischen Gedichte vertonte Mahler nicht einfach, sondern fügte sie neu zusammen. Der Komponist hat sich in seinen letzten Lebensjahren mit dem Zen-Buddhismus beschäftigt und sich auch musikalisch einem meditativen Stil zugewandt. Daher hat das „Lied von der Erde“ eher so etwas wie eine wasserfarbene Tönung, jedenfalls kommt es ohne Pathos aus. All seine musikalische, literarische, kulturelle und menschliche Erfahrung sind in dieses Werk eingeflossen.

Termine

Montag, 07.12.2020 20:00 Uhr Elbphilharmonie Hamburg

Angharad Lyddon (Sopran), Sam Furness (Tenor), David Soar (Bass), Isabelle Faust … (abgesagt)

Angharad Lyddon (Sopran), Sam Furness (Tenor), David Soar (Bass), Isabelle Faust (Violine), Antoine Tamestit (Viola), London Philharmonic Orchestra, Vladimir Jurowski (Leitung)

Mittwoch, 30.12.2020 20:00 Uhr Konzerthaus Berlin

Miah Persson, Karolina Gumos, Jeremy Ovenden, Florian Boesch, Rundfunkchor Berlin, …

Hoyer: Prolog (UA), Beethoven: Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125

Donnerstag, 31.12.2020 15:30 Uhr Konzerthaus Berlin

Miah Persson, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Vladimir Jurowski

Widmann: Con brio, Beethoven: Ah perfido op. 65, Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 „Eroica“

Donnerstag, 31.12.2020 16:00 Uhr Konzerthaus Berlin

Miah Persson, Karolina Gumos, Jeremy Ovenden, Florian Boesch, Rundfunkchor Berlin, …

Hoyer: Prolog (UA), Beethoven: Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125

Donnerstag, 18.03.2021 18:00 Uhr Bayerische Staatsoper

R. Strauss: Der Rosenkavalier (Premiere)

Marlis Petersen (Feldmarschallin), Christof Fischesser (Ochs), Samantha Hankey (Octavian), Johannes Martin Kränzle (Faninal), Katharina Konradi (Sophie), Daniele Köhler (Jungfer Marianne Leitmetzerin), Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Valzacchi), Ursula Hesse von den Steinen (Annanina), Peter Lobert (Polizeikommissar), Chor der Bayerischen Staatsoper, Bayerisches Staatsorchester, Vladimir Jurowski (Leitung), Barrie Kosky (Regie)

Sonntag, 21.03.2021 17:00 Uhr Bayerische Staatsoper

R. Strauss: Der Rosenkavalier

Marlis Petersen (Feldmarschallin), Christof Fischesser (Ochs), Samantha Hankey (Octavian), Johannes Martin Kränzle (Faninal), Katharina Konradi (Sophie), Daniele Köhler (Jungfer Marianne Leitmetzerin), Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Valzacchi), Ursula Hesse von den Steinen (Annanina), Peter Lobert (Polizeikommissar), Chor der Bayerischen Staatsoper, Bayerisches Staatsorchester, Vladimir Jurowski (Leitung), Barrie Kosky (Regie)

Mittwoch, 24.03.2021 18:00 Uhr Bayerische Staatsoper

R. Strauss: Der Rosenkavalier

Marlis Petersen (Feldmarschallin), Christof Fischesser (Ochs), Samantha Hankey (Octavian), Johannes Martin Kränzle (Faninal), Katharina Konradi (Sophie), Daniele Köhler (Jungfer Marianne Leitmetzerin), Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Valzacchi), Ursula Hesse von den Steinen (Annanina), Peter Lobert (Polizeikommissar), Chor der Bayerischen Staatsoper, Bayerisches Staatsorchester, Vladimir Jurowski (Leitung), Barrie Kosky (Regie)

Sonntag, 28.03.2021 17:00 Uhr Bayerische Staatsoper

R. Strauss: Der Rosenkavalier

Marlis Petersen (Feldmarschallin), Christof Fischesser (Ochs), Samantha Hankey (Octavian), Johannes Martin Kränzle (Faninal), Katharina Konradi (Sophie), Daniele Köhler (Jungfer Marianne Leitmetzerin), Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Valzacchi), Ursula Hesse von den Steinen (Annanina), Peter Lobert (Polizeikommissar), Chor der Bayerischen Staatsoper, Bayerisches Staatsorchester, Vladimir Jurowski (Leitung), Barrie Kosky (Regie)

Mittwoch, 31.03.2021 18:00 Uhr Bayerische Staatsoper

R. Strauss: Der Rosenkavalier

Marlis Petersen (Feldmarschallin), Christof Fischesser (Ochs), Samantha Hankey (Octavian), Johannes Martin Kränzle (Faninal), Katharina Konradi (Sophie), Daniele Köhler (Jungfer Marianne Leitmetzerin), Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Valzacchi), Ursula Hesse von den Steinen (Annanina), Peter Lobert (Polizeikommissar), Chor der Bayerischen Staatsoper, Bayerisches Staatsorchester, Vladimir Jurowski (Leitung), Barrie Kosky (Regie)

Samstag, 03.04.2021 17:00 Uhr Bayerische Staatsoper

R. Strauss: Der Rosenkavalier

Marlis Petersen (Feldmarschallin), Christof Fischesser (Ochs), Samantha Hankey (Octavian), Johannes Martin Kränzle (Faninal), Katharina Konradi (Sophie), Daniele Köhler (Jungfer Marianne Leitmetzerin), Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Valzacchi), Ursula Hesse von den Steinen (Annanina), Peter Lobert (Polizeikommissar), Chor der Bayerischen Staatsoper, Bayerisches Staatsorchester, Vladimir Jurowski (Leitung), Barrie Kosky (Regie)

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