Fußball-WM Spezial: Interview Danae & Kiveli Dörken

„Liszt bringt die ganzen weiblichen Fans durcheinander“

In unserem concerti-Spezial zur Fußball-WM 2018 lassen wir mehr oder weniger ballverrückte Künstler zu Wort kommen. Heute: die Pianisten-Schwestern Danae und Kiveli Dörken

Kiveli (l.) und Danae Dörken © Amanda Holmes

Kiveli (l.) und Danae Dörken

Wenn man Danae und Kiveli Dörken zum ersten Mal trifft, könnte man die beiden für „ganz normale Twens“ halten. Doch wenn man sie näher kennenlernt wird schnell klar, dass sich hinter dem glockenhellen Lachen und den dunklen Locken zwei sehr schlaue Köpfe verstecken. Aufgewachsen in Düsseldorf, gehören beide zu den letzten Schülerinnen des legendären Klavierpädagogen Karl-Heinz Kämmerling an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Nach dessen Tod wurden sie von Pianist Lars Vogt weiter unterrichtet. Als Gewinnerinnen zahlreicher Wettbewerbe und unterstützt von der Deutschen Stiftung Musikleben sind die Schwestern mit deutsch-griechischem Ursprung nicht mehr aus der Konzertszene wegzudenken. Ob Kammermusik, vierhändiges Spiel, solo oder mit Orchester – als gern gesehene Gäste werden die beiden auch gelegentlich von führenden Politikern wie Angela Merkel eingeladen. 2015 setzten die Schwestern mit der Gründung ihres eigenen Festivals noch eins drauf: Auf der griechischen Insel Lesbos installierten Danae und Kiveli Dörken das Molyvos International Music Festival, das seither junge Talente ans Mittelmeer lockt und die vor Ort lebende Bevölkerung in die Konzertaktivitäten mit einbezieht. Für concerti machten sich die Schwestern Gedanken über Nationalhymnen und ihr Lieblingsteam.

Für welches Team drückt ihr bei der WM die Daumen und warum?

Deutschland natürlich!

Und wer, glaubt ihr, gewinnt?

Die jetzigen Weltmeister.

Wer ist für euch die größte Fußball-Legende?

Pelé.

Und was war das legendärste Spiel?

Danae: Griechenlands Sieg gegen Portugal im Finale der EM 2004.
Kiveli: Deutschland gegen Brasilien (7:1) in der letzten WM.

Welches klassische Stück wäre die perfekte Alternative für die Nationalhymne eures Lieblingsteams?

Der 4. Satz aus Schumanns zweiter Sinfonie in C-Dur op. 61.

11 Freunde sollt ihr sein – mit welchen Musikern wärt ihr gerne in einer Mannschaft?

Beethoven: jemand, der die Beleidigungen vom anderen Team einfach überhören kann
Liszt: bringt die ganzen weiblichen Fans durcheinander
Horowitz: der teuerste Spieler auf dem Markt
Mozart: mit Eleganz ins Tor
Pavarotti: übertönt alle anderen
Haydn: spielt immer teamorientiert im Quartett
Debussy: der große Träumer der Mannschaft
Rubinstein: bewahrt immer die Haltung
Bach: jemand muss ja auch die Regeln erklären
Maria Callas: die Diva auf dem Fußballfeld
Karajan: der Mannschaftskapitän

Und auf welcher Position würdet ihr spielen?

Wir sind beide natürlich die Cheerleader.

Und wer steht im Tor?

Luciano Pavarotti.

Welches klassische Stück Musik entspricht am ehesten einem Fußballspiel und warum?

Prokofjews Montagues and Capulets aus dem Ballett „Romeo und Julia“.

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