Rezensionen
Aktuelle Neuerscheinungen aus Klassik und Oper – ausgewählt und bewertet von der concerti-Redaktion.
-
Rezension Peter Ruzicka – Solokonzerte
Sogkraft
Hochkarätige Solisten und Orchester haben die jüngsten Konzerte von Peter Ruzicka aufgenommen, das Ergebnis ist verblüffend und expressiv.
-
Rezension Roberto Prosseeda – War Silence
Entdeckungen
Roberto Prosseda und das London Philharmonic Orchestra wecken vier italienische Klavierkonzerte aus dem Dornröschenschlaf.
-
Rezension Alice Sara Ott – Field: Nocturnes
Balanciert
Nicht Frédéric Chopin sondern John Field gilt als Erfinder des Nocturnes. Alice Sara Ott bereitet den Charakterstücken des Iren die Bühne.
-
Rezension Roberto González-Monjas – Sein
Viel Dramatik
Die Klangreise in die Zeit des Sturm und Drang von Roberto González-Monjas und dem Musikkollegium Winterthur hinterlässt gemischte Gefühle.
-
CD-Rezension Ildebrando D’Arcangelo
Einfach Mozart
Sein erstes Soloalbum hieß schlicht „Händel“, sein neues nennt sich einfach „Mozart“. Der italienische Bassbariton, unschlagbar gutaussehend und doch frei von Macho- gehabe, konzentriert sich tatsächlich auf das Wesentliche. Und genauso singt Ildebrando D’Arcangelo auch seinen Mozart, mit dessen Opernpartien er seinen internationalen Ruhm begründete. Natürlich und allürenfrei interpretiert er…
-
CD-Rezension David Geringas
Ausgewogen und kultiviert
Gut drei Stunden Musik hat Beethoven für die Kombination Violoncello/Klavier geschrieben. Außer den fünf bekannten Sonaten hat er auch die Hornsonate op. 17 und sein Streichtrio op. 3 für Cello und Klavier bearbeitet und drei Variationszyklen, davon zwei auf Mozart-Themen, komponiert. In der Einspielung von David Geringas und Ian Fountain…
-
CD-Rezension Ensemble l‘arte del mondo
Händel verfremdet
Amor oriental ist der Titel dieser fiktiven Oper, die Musik aus Opern Händels mit orientalischen Sujets mit echter Musik aus dem osmanischen Kulturkreis verbindet und überblendet. So soll eine Verbindung von Orient und Okzident gesucht werden. Und auch wenn die Geschichte, die hier erzählt werden soll, eher unklar bleibt –…
-
CD-Rezension Mandelring Quartett
Schöne Idee
Als der Zyklus nach und nach heranwuchs, sprach die Kritik einhellig von „Referenzaufnahmen“. Nun haben das Mandelring-Quartett und ihr Detmolder Label Audite die zwischen 2005 und 2009 entstandenen Aufnahmen der 15 Schostakowitsch-Quartette in einer 5-CD-Box zusammengefasst – und das ist eine schöne Idee. Denn in der Tat hat man diese…
-
CD-Rezension Alexandre Tharaud Scarlatti Sonaten
Klingende Miniaturen
Von Domenico Scarlatti stammt die einzige barocke Klaviermusik, die abgesehen von Bach regelmäßig in unseren Konzertsälen zu hören ist. Jetzt bietet auch Alexandre Tharaud seine Auswahl aus diesen beinahe 600 Sonaten. „Erwarten Sie in diesen Kompositionen keine tiefen Erkenntnisse, sondern eher ein raffiniertes Vergnügen an der Kunst“, schrieb Scarlatti im…
-
CD-Rezension Wolf: Italienisches Liederbuch
Frühlingserinnerung
Südländische Lebensansichten und keckes Liebesgeplänkel in 46 Lied-Miniaturen, das bietet dieser aufregende Zyklus
-
CD-Rezension Truls Mørk
Ohne Sturm und Drang
Der Name ist irreführend: Les Violons du Roy haben zwar den Namen von den legendären Streichern des französischen Hofes entliehen, spielen aber auf modernen Instrumenten. Sodass der norwegische Cellist Truls Mørk, sonst eher für das „klassische“ Cello-Repertoire bekannt, sehr gut zu ihnen passt. Gemeinsam präsentieren sie Carl Philipp Emanuel Bach…
-
CD-Rezensionen Auryn Quartett – Haydn: Streichquartette
Mammutwerk
68 Haydn’sche Streichquartette auf 22 CDs, aufgenommen an 75 Tagen innerhalb von zwei Jahren – allein die schiere Leistung nötig Respekt ab. Viel wichtiger und erstaunlicher ist jedoch die konstant hohe Qualität, mit der das Auryn Quartett dieses in der Geschichte des Streichquartetts einzigartige Oeuvre eingespielt hat. Auch die letzte…
-
CD-Rezensionen Becker-Bender
Schillernd
Es ist unbegreiflich, dass Erwin Schulhoff nicht längst zu den großen Komponisten des 20. Jahrhunderts gezählt wird. Zwischen 1911 und 1927 entstanden die vier hier eingespielten Werke, und so aufwühlend wie diese Jahre, so schillernd wie die Persönlichkeit ihres Autors sind sie auch. Mal hochexpressiv, mal ironisch-witzig bewegen sie sich…
-
CD-Rezensionen
Betörende Nixe
Wer die neue CD von Sopranistin Anna Prohaska hört, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus
-
CD-Rezension Francesco Tristano
Elektronische Analyse
Francesco Tristano hat ein Faible für die Kombination musikalisch ferner Welten. Was er auf dem Cover mit „bachCage“ bereits schriftlich andeutet, vollzieht er auch musikalisch: Er löst die Distanz zwischen Werken wie der Partita Nr. 1 B-Dur und Cages In a Landscape oder The Seasons auf. Zum einen, indem er…
-
CD-Rezension Vilde Frang – Violinsonaten
Jugend unter sich
Auf ihrer ersten Sonaten-CD besticht die 24-Jährige Vilde Frang durch ungemein einfühlsames Spiel
-
CD-Rezensionen
Mahler und mehr
Nicht nur Mahlers erste Sinfonie in einer überaus gelungenen Darbietung von Mariss Jansons bietet diese CD-Box des Bayerischen Rundfunks, sondern auch noch eine dreistündige Hörbiographie von Jörg Handstein. Wie in einer Collage wird das Leben des Komponisten in zehn Kapiteln dramaturgisch aufbereitet. Man hört zahlreiche berührende Zitate, besonders erschütternd zeitgenössische…
-
CD-Rezension Orlowsky/Vogler Quartett
Mozart neu gehört
Kann man von Osvaldo Golijov etwas über Mozart lernen? Eine interessante Frage, die David Orlowsky und das Vogler Quartett mit dieser Kopplung aufwerfen. Wenn man sich darauf einlässt und wirklich erst der Klezmer-/jüdischen/neuen Musik Golijovs lauscht, ehe man sich von dort aus an Mozart macht, gewinnt man tatsächlich neue Einblicke…
-
CD-Rezensionen
Musik aus Wien
Das Szymanowski-Quartett geht auf Europa-Reise. Auf ihrer zweiten „Reise-CD“ widmen sich die vier in Hannover beheimateten Polen Wien, wo Karol Szymanowski von 1911 bis 1913 lebte. Drei Werke stehen stellvertretend für das Quartettschaffen der Stadt: das hier geradezu leichtfüßig klingende op. 18 Nr. 2 von Beethoven, Schuberts Quartettsatz D 703…
-
CD-Rezensionen Orchester Wiener Akademie
Ohne Eisenhammer
Das ist mehr als eine Ehrenrettung: Liszts nicht vollkommen gelungene Dante-Sinfonie auf Instrumenten, die einst sein Orchester in Weimar benutzte. Im Gegensatz zu manch berühmterem Ensemble klingen hier die Originalinstrumente nicht schrill und blechern, sondern herrlich warm – beste Wiener Tradition sozusagen. Man entdeckt in jedem Takt neue Töne, Farben,…
-
CD-Rezension Piotr Anderszewski
Ohne Schwulst und Schnörkel
Ein überraschender, einnehmender Nachhall aus dem gerade zu Ende gegangenen Schumann-Jahr: Der polnische Star-Pianist Piotr Anderszewski hat drei Stücke des großen, ewig suchenden Romantikers ausgewählt, die man eher selten zu hören bekommt. Mit der Humoreske, den Studien für Pedalflügel und den Gesängen der Frühe erlebt der Hörer einen sensiblen, ahnungsvollen…
-
CD-Rezension: Andreas Staier – C.P.E. Bach
Perfekter Bach
Ein fantastisches Instrument, ein vollendeter Solist, ein wunderbares Orchester und geniale Kompositionen: Diese CD hat wirklich alles, was eine CD.
-
CD-Rezension Daniel Hope – The Romantic Violinist
Romantische Spurensuche
Die Sänger haben es vorgemacht, jetzt ziehen die Instrumentalisten nach und begeben sich auf die Spuren berühmter Vorgänger. Daniel Hope hat den Stargeiger der deutsch-österreichischen Romantik, Joseph Joachim, für sich entdeckt. Joachim setzte auf Emotion und tiefempfundene Kantabilität. Bruchs Violinkonzert Nr. 1 und zwei Ungarische Tänze von Brahms, aber auch…
-
CD-Rezension Nikolaus Harnoncourt – Brahms: Deutsches Requiem
Sakrales Affektendrama
Nikolaus Harnoncourt hat sich ein Kernstück der Romantik vorgenommen, Brahms’ Deutsches Requiem. Und wie zu erwarten, kommt er dem Chorwerk mit barocker Klangrede, freilich romantisch übersetzt, bei. Harnoncourt zielt auf ziselierte Konturen und klangliche Transparenz. Er präsentiert ein Drama der Affekte. Dabei zerfasert nichts, alles entwickelt sich organisch. Den Wiener…
-
Interview Rudolf Buchbinder„Es ist eine ewige Entdeckungsreise“
Pianist Rudolf Buchbinder über Schuberts Tänze, das Grafenegg Festival, seine Faszination für verschiedene Ausgaben von Beethoven-Sonaten – und die Fußball-Weltmeisterschaft.
Anzeige
Audio der Woche
Atemberaubendes Feuerwerk
Mit funkelnder Virtuosität und unbändiger Ausdruckskraft widmet sich Simone Kermes einer echten Rarität: der Arie È follia d’un alma stolta aus dem Oratorium Giob von Carl Ditters von Dittersdorf. Ein atemberaubendes Feuerwerk klassischer Koloraturkunst – und die Wiederentdeckung eines nahezu vergessenen Meisterwerks. Ein Track aus dem neuen Album „La Luce“.





