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Kit Armstrong mit „Beethoven27“ in Hamburg und Ludwigsburg

Pathos, lebe wohl!

Kit Armstrong, Jan Caeyers und das Orchester Le Concert Olympique erklimmen den nächsten Meilenstein ihres Projekts „Beethoven27“.

vonPatrick Erb,

Sein Lehrer Alfred Brendel bezeichnete den jungen Kit Armstrong einst als die „größte musikalische Begabung, der ich in meinem ganzen Leben begegnet bin“. Nun huldigt der 34-jährige US-Amerikaner – Beethovens 200. Todestag im Jahr 2027 antizipierend – jenem Komponisten, der sowohl für Brendel als auch für Armstrong von zentraler Bedeutung ist: mit Konzerten in 27 europäischen Städten sowie einem festen Team aus Orchester und Dirigent. Nun kehrt das Projekt „Beethoven27“ in die Elbphilharmonie und ins Forum nach Ludwigsburg zurück, um ein weiteres Kapitel in Beethovens musikalischer Biografie aufzuschlagen. Im Fokus stehen die Jahre 1809 bis 1812, die das Ende seiner „heroischen Periode“ markieren.

Dazu zählt insbesondere das heroisch anmutende fünfte Klavierkonzert, entstanden inmitten der Napoleonischen Kriege und der Bombardierung Wiens, infolge derer Beethovens Freund und Förderer, Erzherzog Rudolph, in den ungarischen Teil des Reiches floh. Beethovens anfängliche Begeisterung für Napoleon Bonaparte schlug rasch in Ablehnung um – ein Umschwung, aus dem auch der hier zu hörende österreichische Patriotismus erwächst.

Spezialorchester und Beethovenexperte

An der Seite Armstrongs steht das etwa fünfzig Musiker zählende Orchester Le Concert Olympique mit seinem versierten Beethoven-Kenner Jan Caeyers. Aus der ursprünglichen Intention heraus, „nur“ ein Manifest über Beethoven zu verfassen, entstand bei Caeyers schließlich ein 800 Seiten umfassendes Standardwerk über den Komponisten. Dass ihm je ein anderer Komponist in vergleichbarer Weise unter die Haut gehen könnte, bezweifelt der Belgier indes: Es gebe keinen zweiten großen Komponisten, der in einem so spannendem Umfeld lebte und wirkte – auch was die gesellschaftliche Entwicklung seiner Zeit anbelangt.

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