Wenn das römische Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Daniel Harding die großen deutschen Podien betritt, wird es leidenschaftlich. Hier begegnet italienisches Temperament der klaren Handschrift eines britischen Weltklassedirigenten. Die Tour im Frühjahr vereint zwei monumentale Programme mit zwei der faszinierendsten Pianisten unserer Zeit als kulturellen Brückenschlag.
In den Konzerten mit Igor Levit steht Johannes Brahms’ 1. Klavierkonzert im Zentrum – ein Werk, das von jugendlichem Sturm und Drang sowie tiefen inneren Kämpfen erzählt. Levit, bekannt für seine intellektuelle Schärfe und emotionale Unmittelbarkeit, begegnet dem Orchester hier in einem Dialog auf Augenhöhe. Gemeinsam loten sie die dichten Texturen und die melancholische Wucht dieses Meisterwerks aus. Als orchestralen Gegenpol hat Harding Anton Bruckners 4. Symphonie gewählt. Die „Romantische“ mit ihren weiten Horizonten und feierlichen Chorälen scheint wie geschaffen für den warmen, fülligen Blechbläserklang der Römer.
Einen völlig anderen, fast rauschhaften Kosmos verspricht die Zusammenarbeit mit Daniil Trifonov. Mit Sergej Rachmaninows 2. Klavierkonzert widmen sich Orchester und Solist einem Meilenstein der russischen Spätromantik. Schon die ersten, ikonischen „Glockenschläge” des Klaviers bereiten den Boden für jenes Meer aus Melodien, in dem Trifonovs magische Anschlagskultur und Hardings Gespür für feinste Nuancen verschmelzen. Den dramatischen Höhepunkt bildet Richard Strauss’ „Also sprach Zarathustra“. In dieser gewaltigen symphonischen Dichtung zeigt das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia seine ganze instrumentale Pracht – vom weltberühmten, markerschütternden Sonnenaufgang bis hin zu den komplexesten orchestralen Verflechtungen.
Diese Tournee bietet die seltene Gelegenheit, die besondere Chemie zwischen Daniel Harding und seinem römischen Spitzenensemble live zu erleben.




