Staatskapelle Berlin

Weiche Farben, fließende Formen und ein Hauch Exotik

Die Staatskapelle Berlin verführt mit Debussys erotischen Impressionen des Prélude à l'après-midi d'un faune – und mit Szymanowskis Violinkonzert Nr. 1

© gemeinfrei

Faun. Gemälde von Magnus Enckell, 1914

Faun. Gemälde von Magnus Enckell, 1914

Die Geigerin Lisa Batiashvili wurde bereits nominiert als „Gramophone’s Artist of the Year 2017“ und ist in der aktuellen Spielzeit „Artist in Residence“ bei der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. Gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim führt Lisa Batiashvili ihr Publikum an Szymanowskis erstes Violinkonzert. Verführt werden die Zuhörer dann mit Debussys erotischen sowie impressionistischen Klängen von „Prélude à l’après-midi d’un faune“.

Tierlaute, Sturmgewalten, das Rauschen des Wassers – Naturschilderungen begleiten die Musikgeschichte seit ihren Anfängen. Auch in den Kompositionen von Claude Debussy sind dies wiederkehrende Themen. In einem Interview erläuterte der Komponist seine Ansichten zum Verhältnis von Natur und Musik: „Man hört nicht auf die tausend Geräusche der Natur um sich herum, man lauscht zu wenig auf die so vielfältige Musik, die uns die Natur überreich anbietet. Sie umfängt uns, und wir haben bis jetzt in ihr gelebt, ohne ihrer gewahr zu werden. Hier ist meiner Meinung nach der neue Weg.“ Wie die Maler des Impressionismus, die das Atelier verließen und ihre Motive im Freien fanden, suchte auch Debussy Inspiration in der Natur – jedoch verstand er seine Werke nicht als gegenständliche Eins-zu-eins-Abbildungen.

Debussys kunstvoll-wundersame Klangfarbenpracht polarisierten das Pariser Publikum

In Paris erhielt Debussy weitere Anregungen für sein Schaffen: die Salons der Symbolisten, die Musik Richard Wagners sowie exotische Klänge wie etwa der javanesischen Gamelan-Ensembles, die er 1889 bei der Pariser Weltausstellung kennenlernte. All das trug zur Bildung von Debussys besonderem Stil bei. Seine schwebenden Akkorde jenseits von Dur und Moll sowie die kunstvoll-wundersame Klangfarbenpracht polarisierten das Pariser Publikum. Beides findet sich auch im 1894 uraufgeführten „Vorspiel zum Nachmittag eines Fauns“, das den Hörer in einen arkadischen Sommertag entführt.

Ein eingespieltes Team – Lisa Batiashvili und Daniel Barenboim:

Termine

Samstag, 22.02.2020 20:00 Uhr Opernhaus Bonn

Lisa Batiashvili, London Symphony Orchestra, Simon Rattle

Alban Berg: Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“, Beethoven: Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

Freitag, 24.04.2020 20:00 Uhr Elbphilharmonie Hamburg

Eröffnungskonzert

Internationales Musikfest
Samstag, 25.04.2020 20:00 Uhr Elbphilharmonie Hamburg
Donnerstag, 30.04.2020 20:00 Uhr Gewandhaus Leipzig
Freitag, 01.05.2020 20:00 Uhr Gewandhaus Leipzig
Donnerstag, 14.05.2020 20:00 Uhr Residenz München

Lisa Batiashvili, Symphonieorchester des BR, Lorenzo Viotti

Szymanowski: Violinkonzert Nr. 1 op. 35, Lutosławski: Sinfonie Nr. 1, Rachmaninow: Sinfonische Tänze op. 45

Freitag, 15.05.2020 20:00 Uhr Residenz München

Lisa Batiashvili, Symphonieorchester des BR, Lorenzo Viotti

Szymanowski: Violinkonzert Nr. 1 op. 35, Lutosławski: Sinfonie Nr. 1, Rachmaninow: Sinfonische Tänze op. 45

Samstag, 16.05.2020 20:00 Uhr Alte Oper Frankfurt

Lisa Batiashvili, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons

R. Strauss: Suite aus „Der Bürger als Edelmann“ op. 60 & Sinfonische Fantasie zu „Die Frau ohne Schatten“, Szymanowski: Violinkonzert Nr. 1 op. 35

Auch interessant

Die Audi Sommerkonzerte 2019 in Ingolstadt

Fantastisches aus Ingolstadt

Die Audi Sommerkonzerte gehen in ihre dreißigste Spielzeit weiter

Blind gehört Lisa Batiashvili

„Das muss ein Mann sein!“

Die Geigerin Lisa Batiashvili hört und kommentiert CDs von Kollegen, ohne dass sie erfährt, wer spielt weiter

INTERVIEW LISA BATIASHVILI

„Jetzt möchte ich Georgien etwas zurückgeben“

Die Geigerin Lisa Batiashvili über ihre Kindheit im Kommunismus, Musizieren mit dem Ehemann und ihren Kulturschock in Bayern weiter

Rezensionen

CD-Rezension Lisa Batiashvili & Daniel Barenboim

Grenznah

Lisa Batiashvili, die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim überzeugen bei Sibelius weiter

CD-Rezension Lisa Batiashvili

Gebremster Höhenflug

Erfrischend natürlich und mit faszinierender Leichtigkeit lässt Lisa Batiashvili ihre Geige bei Johannes Brahms‘ Violinkonzert fliegen. Alles wirkt mühelos und organisch. Hier hört man brillante Spieltechnik in Vollendung, die es erlaubt, den Geigenton schlank, sensibel, wandlungsfähig und gleichzeitig höchst expressiv… weiter

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *