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Rezension Gustavo Dudamel – Ives: Sinfonien Nr. 1–4

Leicht oberflächlich

Gustavo Dudamel setzt bei den vier Sinfonien von Charles Ives vor allem auf Emotionalität und zügige Tempi – zum Teil jedoch auf kosten der inneren Tiefe.

vonChristian Lahneck,

Gustavo Dudamel hat mit dem Los Angeles Philharmonic die vier Sinfonien von Charles Ives aufgenommen, ein Bogen von 1898 mit Dvořák-Anspielungen bis 1925 zu einer wagemutigeren Harmonik und einem genuin amerikanischen Ansatz. Dass Dudamel diese Musik vor allem auf ihre Emotionalität hin befragt, zeigt sich von den ersten Takten an, doch in der zweiten Sinfonie gibt es Passagen, die glattpoliert und damit oberflächlich wirken – was auch daran liegen mag, dass Dudamel zügige Tempi nicht scheut. Das zeigt allein ein Vergleich der beiden letzten Sinfonien mit der kürzlich erschienenen Einspielung des San Francisco Symphony unter Michael Tilson Thomas, der gerade den langsamen Sätzen mehr Ruhe und Tiefe verleiht. Das Los Angeles Philharmonic kann sich auf ein kernig-kraftvolles Blech verlassen, die Holzbläser agieren besonders in der Vierten agil, die Streicher erweisen sich als flexibel.

Gustavo Dudamel
Gustavo Dudamel

Ives: Sinfonien Nr. 1–4

Los Angeles Philharmonic Orchestra, Gustavo Dudamel (Leitung)
Deutsche Grammophon (2 CDs)

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