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Camilla Nylund zu Gast beim Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor

Stimme der Spätromantik

Mit tatkräftiger Starbesetzung aus der Oper bringt der Hamburger C.P.E.-Bach-Chor Walter Braunfels monumentales „Te Deum“ in die Elbphilharmonie.

vonPatrick Erb,

Dass zu Camilla Nylunds Leuchtturmrepertoire die gesamte Bandbreite der deutschen Spätromantik zählt, ist nicht nur der Tatsache geschuldet, dass sie sich den Geburtstag mit Richard Strauss teilt, dessen „Vier letzte Lieder“ zu ihren Bravourstücken gehören, sondern auch der oft bemerkenswerten Sensibilität finnischer Musiker für Fremdsprachen – so auch für das Deutsche. Den ersten Unterricht erhielt Camilla Nylund mit vierzehn Jahren; die Sprache beherrscht sie akzentfrei, und an den führenden Häusern ist sie ein gern gesehener Gast für alles harmonisch Tiefsinnige – von Wagner bis Schönberg. Daher dürfte Camilla Nylund mit ihrer silbrig reinen Stimme eine treffliche Besetzung für Walter Braunfels’ „Te Deum“ sein, das der Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor gemeinsam mit ihr und Klaus Florian Vogt in der Elbphilharmonie aufführt.

Braunfels, einst neben Richard Strauss der populärste Komponist im Deutschland der 1920er und 1930er Jahre, markiert mit dem 1918 geschriebenen „Te Deum“ eine Zäsur in seinem Leben: veranlasst durch die Fronterlebnisse als Soldat im 1. Weltkrieg konvertierte dieser zum Katholizismus. Trotz des bekennenden Charakters des Werkes, sprengt das etwa einstündige „Te Deum“ jeden liturgischen Rahmen und darf in seinen sinfonischen Ausmaßen als sakrales Pendant etwa zu Gustav Mahlers achter Sinfonie gelten.

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