Seit Joseph Haydn 1798 das dritte seiner vier Oratorien „Die Schöpfung“ fertigstellte, hat der feste Glaube an einen Gott, der am Anfang Himmel und Erde schuf, empfindliche Risse bekommen. Charles Darwin hat mit seiner Evolutionstheorie religiöse Gewissheiten mit naturwissenschaftlichem Scharfsinn unterspült, und im technologisch-digitalen Zeitalter ist man ohnehin dazu übergegangen, fleißig an Gottes Schöpfung herumzudoktern, sofern man die Entstehung neuen Lebens nicht gleich in die Hände von Mensch und Maschine legt. Und die künstliche Intelligenz? Beauftragt man immer öfter mit der Schöpfung neuer Tonkunst. Ein Werk wie Haydns Oratorium wird sie in absehbarer Zeit nicht zustande bringen. Das beruhigt irgendwie. Haydns Musik malt die Erschaffung der Welt und die ersten Menschen im Paradies mit großem Klangvolumen, feierlichen Chorälen und meditativen Sequenzen, deren Kraft die Zuhörer unmittelbar ergreift. An die zugrundeliegende biblische Erzählung muss man nicht glauben. Doch ihren Zauber kann man im Herzen mit nach Hause tragen. Wohl wissend, dass die letzten Rätsel um die Entstehung allen Lebens noch nicht gelöst sind. Johanna Malangré und das Orchestre de Picardie bringen das Meisterwerk nun im Konzerthaus Dortmund zu Gehör.
Termintipp
Di., 06. Oktober 2026 11:00 Uhr
Tanztheater
Der kleine Prinz
Julian Gaudiano (Leitung), Jörg Mannes (Choreografie)
Di., 06. Oktober 2026 12:00 Uhr
Musik in Kirchen
Thomas Piontek
Heinrich Schütz Musikfest
Di., 06. Oktober 2026 18:00 Uhr
Musik in Kirchen
Evensong
classicAscona
Termintipp
Di., 06. Oktober 2026 19:00 Uhr
Musiktheater
Spontini: La Vestale
Marina Prudenskaya (La Grande Vestale), Sonya Yoncheva (Julia), David Butt Philip (Licinius), Siyabonga Maqungo (Cinna), Adrian Sâmpetrean (Le Souverain Pontife), Hanseong Yun (Un Consul), Carlo Rizzi (Leitung), Lydia Steier (Regie)
Termintipp
Di., 06. Oktober 2026 19:00 Uhr
Musiktheater
Mozart: Die Zauberflöte
Magnus Dietrich (Tamino), Tobias Kehrer (Sarastro), Regula Mühlemann (Pamina), Jasmin Delfs (Königin der Nacht), Yannick Debus (Papageno), Mariam Suleiman (Papagena), Nathan Haller (Monostratos), Tarmo Peltokoski/Erina Yashima (Leitung), Daniele Finzi Pasca (Regie)







