Mit „Auf schwarzen und weißen Tasten“ hat der Sendesaal Bremen wahrlich ein Refugium der Klavierkunst geschaffen. Pianistin Lise de la Salle, die seit zwanzig Jahren zu den absoluten Spitzenpianistinnen der internationalen Klavierszene zählt und nach 2011 nun zum zweiten Mal im Sendesaal auftritt, eröffnet das kleine Festival in Form einer Konzertreihe mit Chopins lyrisch-expressiven Balladen Nr. 1 und 4. Darüber hinaus präsentiert sie mit Liszts h-Moll-Sonate nicht nur eines der anspruchsvollsten Klavierwerke der Romantik, sondern zugleich ein paradigmatisches Beispiel von Liszts „Mehrsätzigkeit innerhalb einer Einsätzigkeit“, deren thematische Abschnitte eng ineinandergreifen. Die selten gespielten Mozart-Paraphrasen wiederum lassen mit dem Opernpotpourri – einer Art Best Of der bekanntesten Melodien eines Werks – einen einst ungemein populären Aspekt romantischer Klaviermusik aufleuchten. Schließlich richtet Lise de la Salle mit „Cantique d’amour“ aus den „Harmonies poétiques et religieuses“ den Blick auf die poetische, von literarischen Impressionen durchzogene Tonsprache des großen Klaviervirtuosen, der heute vor allem als Protagonist der Neudeutschen Schule bekannt ist.
Lise de la Salle kehrt in den Sendesaal Bremen zurück
Pianistisches Raffinement
Pianistin Lise de la Salle eröffnet die Bremer Konzertreihe „Auf schwarzen und weißen Tasten“ mit Musik von Chopin und Liszt.
© Philippe Porter
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