Klaviergeschichte(n)

Rezension Alexander Melnikov – Fantasie

Klaviergeschichte(n)

Alexander Melnikov wagt auf sieben historischen Tasteninstrumenten ein hochspannendes musikalisches Experiment.

Wie klingt ein Klavier? Wir haben uns heute daran gewöhnt, einen Steinway D-Flügel als Referenz zu betrachten, schließlich ist es das Instrument, das in den allermeisten Konzertsälen steht. Doch, das macht man sich nicht immer klar: Dessen Sound ist das Ergebnis einer jahrhundertelangen Evolution. Alexander Melnikov, der nicht nur einer der besten Pianisten unserer Zeit ist, sondern auch einen ungewöhnlich weiten künstlerischen Horizont besitzt, hat dazu, ausgehend vom Fixstern Johann Sebastian Bach, sieben auf dessen Präludienkunst bezogene Werke aus vier Jahrhunderten auf Instrumenten der jeweiligen Entstehungszeit eingespielt. Das Resultat ist ohrenöffnend: Wie eng musikalischer Stil mit den Möglichkeiten der verfügbaren Instrumente zusammenhängt, macht diese CD auf ästhetisch bezwingende Weise deutlich. Die Entwicklung der Hammerklaviere etwa wird hörbar als Prozess der Nivellierung: Die Unterschiedlichkeit der Register, noch extrem bei einem Tangentenflügel aus dem 18. Jahrhundert, verliert sich nach und nach beim Streben nach mehr Volumen und Brillanz. Ein Muss für alle Klavierspieler!

© Julien Mignot

Alexander Melnikov

Alexander Melnikov

Fantasie
Werke von J. S. Bach, C. P. E. bach, Mozart, Mendelssohn, Chopin, Busoni & Schnittke

Alexander Melnikov (Tasteninstrumente)
harmonia mundi

Weitere Rezensionen

Rezension Isabelle Faust – Schumann: Klavierquartett

Bewegt

Isabelle Faust und ihre künstlerischen Partner machen aus Schumanns Klavierquartett und -quintett hochkarätige Momente der Kammermusik. weiter

Rezension Alexander Melnikov – Prokofjew: Klaviersonaten Vol. 3

Schlüssige Dramaturgie

Zum Abschluss seines Zyklus der Klaviersonaten von Sergej Prokofjew legt Alexander Melnikov den poetischen Kern der Werke frei. weiter

Rezension Teunis van der Zwart – Horn & Piano

Lyrisch und scharf

Im Fokus dieses Albums steht das „Cor basse“, also das tiefe Horn, dessen Klangreichtum von Teunis van der Zwart eindrucksvoll dokumentiert wird. weiter

Termine

Mittwoch, 10.01.2024 20:00 Uhr Kölner Philharmonie

Alexander Melnikov, Mahler Chamber Orchestra, Maxim Emelyanychev

Mozart: Idomeneo KV 367 (Auszüge), Mendelssohn: Klavierkonzert Nr. 2 d-Moll op. 40, Beethoven: Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

Sonntag, 07.04.2024 11:00 Uhr Kölner Philharmonie

Isabelle Faust, Jean-Guihen Queyras, Alexander Melnikov

Beethoven: Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36, Carter: Epigrams, Dvořák: Trio Nr. 4 e-Moll op. 90 „Dumky“

Dienstag, 07.05.2024 20:00 Uhr Prinzregententheater München

Alexander Melnikov

Werke von J. S. Bach, Mozart, Mendelssohn, Chopin u. a.

Mittwoch, 03.07.2024 20:00 Uhr Kölner Philharmonie

Alexander Melnikov

Rachmaninow: Variations sur un thème de Corelli op. 42, Variations sur un thème de Chopin op. 22 & Études-Tableaux op. 39

Donnerstag, 04.07.2024 20:00 Uhr Orangerie Darmstadt

Alexander Melnikov

Rachmaninow: Études-Tableaux op. 33, Corelli-Variationen op. 42 & Chopin-Variationen op. 22

Sonntag, 07.07.2024 11:00 Uhr Staatstheater Darmstadt

Alexander Melnikov, Staatsorchester Darmstadt, Daniel Cohen

Rachmaninow: Rhapsodie über eine Thema von Paganini op. 43, Strawinsky: Pulcinella-Suite & Petruschka

Montag, 08.07.2024 20:00 Uhr Staatstheater Darmstadt

Alexander Melnikov, Staatsorchester Darmstadt, Daniel Cohen

Rachmaninow: Rhapsodie über eine Thema von Paganini op. 43, Strawinsky: Pulcinella-Suite & Petruschka

Kommentare sind geschlossen.