Haute Cuisine

CD-Rezension Emmanuel Pahud

Haute Cuisine

Nicht Koch und Kellner, sondern fünf Chefs auf Augenhöhe: „Les Vents Français“ verkosten die raffinierten Aromen der französischen Holzbläsertradition auf ihrer ersten Doppel-CD

Die Basiszutaten der französischen Schule des Quintettspiels sind seit ihrer Blütezeit um 1900 kein Geheimnis: Man nehme fünf virtuose Bläsersolisten, Basson statt Fagott, ein diskret zurückgenommenes, fettarmes Horn, die helltönende Böhm-Klarinette statt der dunkleren deutschen, füge leichte, knackige Oboenrohre hinzu und lasse alles von einem bis in die heikle Tiefe dreidimensional aufgefalteten Flötenklang durchziehen. „Les Vents Français“ verfeinern dieses Grundrezept dank individueller Klasse und Jahren gemeinsamen Spiels ins Extrem. Nonchalant und gleichzeitig äußerst präzise artikuliert tanzen Jacques Iberts oft gespielte Trois Pièces Brèves und Darius Milhauds clever historisierende Suite La Cheminée du Roi René heran, ungewohnt luftig kommt das spätromantische Quintett von Paul Taffanel daher. Internationale Kost von Rang, darunter Ligeti, Barber und Hindemith, servieren die „Vents“ nicht minder farbenfroh und mit der gleichen kommunikativen Verve. Unbedingt empfehlenswert!

Les Vents Français:
Ibert: 3 Pieces breves, Ravel: Le Tombeau de Couperin, Jolivet: Sonatine für Oboe & Fagott, Milhaud: Suite „La Cheminée du Roi René“ op. 205, Taffanel: Bläserquintett, Ligeti: 6 Bagatellen für Bläserquintett, Zemlinksy: Humoreske, Barber: Summer Music op. 31, Veress: Sonatina für Oboe, Klarinette & Fagott, Hindemith: Kleine Kammermusik für Bläser op. 24 Nr. 2

Emmanuel Pahud (Flöte)
François Leleux (Oboe)
Paul Meyer (Klarinette)
Gilbert Audin (Fagott)
Radovan Vlatković (Horn)
Warner Classics (2 CDs)

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