Startseite » Rezensionen » Der Impressionist Puccini

Rezension Marek Janowski – Puccini: Il tabarro

Der Impressionist Puccini

Puccinis Kurzdrama über einen Eifersuchtsmord auf einem Schleppkahn wird bei Marek Janowski zur impressionistischen Reinzeichnung.

vonRoland H. Dippel,

In der Neuerscheinung zu ihrem 150-jährigen Jubiläum befassen sich die Dresdner Philharmonie und Marek Janowski mit einem Komponisten, der für ihren Wagner– und Moderne-erfahrenen Chefdirigenten so neu ist wie für das Orchester. Das Kurzdrama über einen Eifersuchtsmord auf einem Schleppkahn wird zur impressionistischen Reinzeichnung. In dieser zeigen die Figuren viel unausgesprochenes Verständnis füreinander, welches Verdruss und Elend übertüncht. Es hat herausragende Klasse, wie Puccinis koloristische Klangbrisen aus dem Pariser Leben an der Seine wehen. Von den Sängern hört man mehr schwebende Kantilenen als vokale Boxkämpfe. Die Emotionen der liebeshungrigen Giorgetta für den viel älteren Michele sind noch nicht ganz verglüht. Puccini als subtiler Novellist: Wie bei Zola sind messerscharfe Beobachtungen über menschliche Begehrlichkeiten bitter, aber nicht grausam.

Anzeige
Marek Janowski
Marek Janowski

Puccini: Il tabarro

Melody Moore, Lester Lynch, Brian Jagde, Khanyiso Gwenxane, Roxana Constantinescu, Dresdner Philharmonie, Marek Janowski (Leitung)
Pentatone

Auch interessant

Rezensionen

Aktuelle Rezensionen

Anzeige
  • „Ich wäre gerne sarkastischer“
    Interview Nemanja Radulović

    „Ich wäre gerne sarkastischer“

    Nemanja Radulović über sein erstes Prokofjew-Album, mentale Herausforderungen und den Klang alter und neuer Geigen.

Anzeige

Anzeige

Audio der Woche

SPECTRUM: Wenn Musik zum Prisma wird

Eine Hommage an die Kraft der Klänge, die das Spektrum der Seele zum Leuchten bringt.

Amazon Logo
jpc Logo

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!

Anzeige