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Bremerhaven: „Play and Conduct“ mit Antje Weithaas

Wiederentdeckung eines Hochbegabten, der dem NS-Regime zum Opfer fiel

Geigerin Antje Weithaas tritt beim Philharmonischen Orchester als Solistin und Dirigentin auf – mit zwei Klassikern und einer Trouvaille.

vonMaximilian Theiss,

Für das Philharmonische Orchester Bremerhaven und Antje Weithaas ist es kein Kennenlernen, sondern ein Wiedersehen, wenn sich Klangkörper und Solistin für Mozarts fünftes Violinkonzert treffen. Wobei es bei diesem Werk nicht bleibt, denn Weithaas ist an diesen beiden Konzertabenden auch als Dirigentin von Beethovens vierter Sinfonie sowie der „Partita für Streicher“ des hochbegabten Gideon Klein zu erleben. Der tschechisch-jüdische Komponist, 1919 geboren, schrieb seine ersten Werke bereits mit zehn Jahren, zwei Jahre später ging er nach Prag ans Konservatorium, um dort Klavier zu studieren. Später sollten noch Musikwissenschaft und Komposition folgen, doch der Vormarsch der Nazis setzte der hoffungsvollen Karriere ein jähes Ende. Kurzzeitig bestand noch Hoffnung, die Studien an der Royal Academy of Music in London fortzusetzen, doch die zerschlugen sich. Ende 1941 wurde Klein in das KZ Theresienstadt deportiert, wo viele weitere hochbegabte junge und hochdekorierte ältere Musiker und Musikwissenschaftler interniert waren. 1944 wurde Gideon Klein nach Auschwitz deportiert und starb dort im Januar 1945 unter ungeklärten Umständen. Seine Partita war eines der letzten Stücke, die der Komponist noch in Freiheit schrieb.

Es könnte also Redebedarf geben nach dem mit „Play and Conduct“ übertitelten Abend. Immerhin am 13. Mai ist dies möglich. Dann nämlich lädt das Philharmonische Orchester Bremerhaven zum Meet & Greet im Anschluss an das Konzert.

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