Den Auftakt der neuen Saison an der Deutschen Oper Berlin markiert das Eröffnungswochenende am 29./30. August ein Event der neuen Sparte „Unlimited“: Unter der Leitung des Performance-Künstlers Rirkrit Tiravanija wird das Haus für 30 Stunden geöffnet sein, Raum für Musik-Kunst-Events bieten und sich nachts in einen Club verwandeln. Diese neue Sparte unter der Leitung von Elisa Erkelenz soll künftig mit Reihen wie „Nachtmusiken“ oder dem „Unlimited Salon“ einen festen Platz für spartenübergreifende Experimente und diverse Perspektiven im Berliner Kulturleben etablieren.
Wagner und andere Wagnisse an der Deutschen Oper Berlin
Das Hauptprogramm startet im September durchaus mit einer gewagten deutschen Erstaufführung von Karlheinz Stockhausens „Mittwoch aus Licht“ seines monumentalen Opern-Zyklus. Regisseurin Susanne Kennedy und der Principal Guest Conductor Maxime Pascal rücken darin die Utopie spiritueller Gemeinschaft in den Fokus. Im Oktober folgt Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ in der Deutung von Regisseur Milo Rau. Der Theatermacher nutzt die romantische Oper zur Analyse deutscher Identität; am Pult steht Giedrė Šlekytė, Tomasz Konieczny übernimmt die Titelpartie.
Mit Titus Engel zu neuen Klängen
Ein zentraler Akteur der Saison ist der Conductor in Residence Titus Engel. Er leitet am 22. Januar 2027 die Uraufführung von Bára Gísladóttirs „Good Vibes Only“, einer Auseinandersetzung mit der digitalen Gegenwart, und entwickelt in der Tischlerei gemeinsam mit Thom Luz das Projekt „Music of Changes“ mit Reflektionen über John Cage. Weitere Akzente setzen das belgische Kollektiv FC Bergman mit einer surrealistischen Sicht auf Mozarts „Così fan tutte“ sowie Filmregisseur Kornél Mundruczó, der Verdis „Otello“ als Psychodrama inszeniert.
Inspiration für den Zusammenhalt
Den Abschluss bildet Benjamin Brittens „War Requiem“ am 18. Juni 2027. Unter der musikalischen Leitung von Sir Donald Runnicles trifft die Regie von Daniel Kramer auf ein Bühnendesign des Fotokünstlers Wolfgang Tillmans. Das Projekt versteht sich als Plädoyer für Gemeinschaft und Empathie – als notwendiger Gegenentwurf zum Alltag in herausfordernden Zeiten und als Inspiration für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.






