Von der Renaissance bis in die Gegenwart, von Thomas Tallis über Edward Elgar bis hin zu Thomas Adès ist es die menschliche Stimme, die der englischen Musiktradition ihren unverwechselbaren Klang verleiht. In der Tradition ihrer Vorgänger steht auch die britische Komponistin Joanna Marsh. Ihr neues Werk „Threadlands“ für Chor und Streichinstrumente spürt den feinen Fäden nach, die Menschen über weite Distanzen und Brüche hinweg miteinander verbinden. Das Werk, dessen Libretto von Mark Fiddes stammt, entstand als Auftragskomposition für den RIAS Kammerchor. Komponistin und Librettist verbindet dabei nicht nur ihre englische Herkunft, sondern auch ein ähnlicher Lebensweg. Beide leben und arbeiten heute im Nahen Osten.
Klangwelt der englischen Chormusik
Ebenfalls auf dem Programm des Konzertes des Ensemble Resonanz mit dem RIAS Kammerchor steht die „Fantasia on a Theme of Thomas Tallis“ von Ralph Vaughan Williams, der auf die Klangwelt der englischen Chormusik des 16. Jahrhunderts zurückgreift und aus einer jahrhundertealten Melodie ein schwebendes, beinahe entrücktes Klanggewebe von großer räumlicher Weite und meditativer Ruhe formt. Hubert Parrys „Songs of Farewell“ wiederum tragen einen anderen Charakter des Nachklangs in sich – sie sind von der stillen Melancholie des Abschieds durchzogen.




