Seit die Dresdner Frauenkirche 2005 nach Jahrzehnten ihres ruinösen Daseins als Mahnmal gegen den Krieg wieder geweiht wurde, setzte nicht nur gleichermaßen rundherum ein beispielloser historisierender Wiederaufbau ein, sondern sie entwickelte sich auch zum Anziehungspunkt fröhlicher Touristenscharen aus aller Welt. Gleichwohl ist im Gotteshaus auch Gott zu Hause, und so schafft es die Frauenkirche, nicht nur ein Fremdenverkehrsmagnet zu sein, sondern auch ein Zentrum des sächsischen Christentums einerseits und ein kirchenmusikalisch weit ausstrahlender Fixpunkt andererseits – mit über hundert Eigenveranstaltungen im kommenden Jahr. Dafür sorgt zuvorderst seit fünf Jahren der britische Stargeiger Daniel Hope als künstlerischer Leiter, dessen Kontakte in alle Welt dem ambitionierten Programm Gewicht und Seele geben. So vergeht kaum ein Tag, an dem ein Schild die Touristen nicht freundlich auf später vertröstet, denn es finde gerade ein Gottesdienst, eine Probe oder eben ein Konzert statt.
Nun ist eine Kirche ja zunächst mal trotzdem eine Kirche. Auch Meister George Bähr baute sein Gotteshaus am Dresdner Neumarkt soli Deo gloria. Nicht zuallererst für die Musik. Und so erfreut sich die Frauenkirche nicht gerade der dankbarsten Akustik, gerade wenn man ein großes Sinfonieorchester hineinstellt. Denn der Nachhall ist so gewaltig, dass vor allem die Orgel gut zum Tragen kommt, auch Blechbläserklänge und Chöre entfalten hier ihre ganze Kraft.
Vor allem kleinere Ensembles profitieren von der Akustik der Frauenkirche
Deswegen tut Daniel Hope gut daran, auch im kommenden Jahr vor allem auf kleinere Musikformationen wie etwa das Zürcher Kammerorchester zu setzen, die hier besonders gut zur Geltung kommen. Zwar sind auch einige große Ensembles wie das Schleswig-Holstein Festival Orchestra unter Christoph Eschenbach zu Gast, aber den Schwerpunkt bilden neben jungen Talenten einerseits und Altmeistern wie Nicolas Altstaedt, Daniel Müller-Schott oder Hope selbst andererseits vor allem Konzerte, die weitgehend zur Musica Sacra zu zählen sind.
Hierfür kann Frauenkirchenkantor Matthias Grünert nicht nur auf seine zwei hauseigenen Chöre bauen, sondern trommelt für sein „Ensemble Frauenkirche“ regelmäßig auch Mitglieder der ortsansässigen erstklassigen Profiorchester zusammen. So kann er die allbekannten Großwerke wie Bachs „Johannespassion“, „h-Moll-Messe“ und „Weihnachtsoratorium“ ebenso aus eigener Kraft besetzen wie Mozarts „Requiem“ oder Haydns „Schöpfung“. Beide Chöre sind zudem an neun der 15 Sonntagsmusiken für die jeweilige Kirchenjahreszeit beteiligt. Die Straßburger Kern-Orgel hinwiederum steht 2023 an mehr als 30 Abenden im Zentrum. Thematischer Schwerpunkt ist einerseits das Schaffen Max Regers zu dessen 150. Geburtstag, aber natürlich auch das Œuvre Bachs. Viel Zeit also, um die Touristen abzuweisen und damit doch gerade erst anzulocken.
Mo., 13. April 2026 10:00 Uhr
Kinder & Jugend
Haydn: Sinfonie Nr. 94 G-Dur Hob. I:94 „Mit dem Paukenschlag“
Neubrandenburger Philharmonie, Victor Rouanet (Leitung), Alexander Mildner (Rezitation)
Mo., 13. April 2026 15:00 Uhr
Konzert
Musikalischer Damentee
Andreas Paetzold (Leitung)
Mo., 13. April 2026 18:30 Uhr
Musik in Kirchen
Prüfungskonzert
Josua Velten (Orgel)
Termintipp
Mo., 13. April 2026 19:00 Uhr
Musiktheater
Berg: Wozzeck
Johannes Martin Kränzle (Wozzeck), Dmitry Golovnin (Tambourmajor), Jörg Schneider (Hauptmann), Dmitry Belosselskiy (Doktor), Marlis Petersen (Marie), Franz Welser-Möst (Leitung), Simon Stone (Regie)
Mo., 13. April 2026 19:00 Uhr
Musiktheater
Verdi: Macbeth
Amartuvshin Enkhbat (Macbeth), Roberto Tagliavini (Banco), Saioa Hernández (Lady Macbeth), Nontobeko Bhengu (Dame der Lady Macbeth), SeokJong Baek (Macduff), Samuel Stopford (Malcolm), Andrea Battistoni (Leitung), Martin Kušej (Regie)






