OPUS KLASSIK 2020: Gewinner stehen fest

Preisverleihung mit großem „Trotzdem“

Die Gewinner des OPUS KLASSIK 2020 stehen fest.

© Vern Evans/Los Angeles Philharmonic

Erhält den OPUS KLASSIK in der Kategorie „Dirigentin des Jahres“: Mirga Gražinytė-Tyla

Erhält den OPUS KLASSIK in der Kategorie „Dirigentin des Jahres“: Mirga Gražinytė-Tyla

Aus 450 Nominierungen wählte die Jury Gewinner und vor allem Gewinnerinnen in 25 Kategorien aus. Die Preisverleihung findet trotz Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr am 18. Oktober im Berliner Konzerthaus statt. Das ZDF überträgt die Veranstaltung mit dem Konzerthausorchester am selben Abend um 22.15 Uhr im Hauptprogramm.

Die PreisträgerInnen

Die Jury und der Verein zur Förderung der klassischen Musik e.V. rücken in diesem Jahr die Nachwuchskünstlerinnen und -künstler in den Vordergrund. Viele von ihnen brachte die Corona-Krise in existenzielle Notlagen, zumal sie erst am Anfang ihrer Karriere stehen und oft noch keine Möglichkeiten hatten, Rücklagen zu bilden. Elsa Dreisig (Beste Nachwuchskünstlerin Gesang), Benjamin Bernheim (Bester Nachwuchskünstler Gesang), Annelien Van Wauwe (Klarinette) und die Pianistin Isata Kanneh-Mason dürfen sich über mehr Öffentlichkeit durch die Ausstrahlung im Fernsehen freuen.

Bei der Pressekonferenz zum OPUS KLASSIK erwähnte Jury-Sprecherin Schüssler-Bach eine erhöhte Wertschätzung gegenüber den Leistungen von Musikerinnen und Musikern. So wurde der Preis in der Kategorie Beste Sängerin lieber zweimal vergeben, anstatt die Kategorie unbesetzt zu lassen, wie es bei einer Stimmengleichheit in der Jury ansonsten geschehen wäre. Marlis Petersen und Elīna Garanča teilen sich nun das Siegertreppchen dieser Hauptkategorie. Daniel Behle wurde zum Besten Sänger gekürt. Drei starke Frauen besetzen die Preise in der Kategorie Beste Instrumentalisten: Dorothee Oberlinger, Anne-Sophie Mutter und Elisabeth Leonskaja. Dirigentin des Jahres ist Mirga Gražinytė-Tyla, Komponist des Jahres ist Detlev Glanert, der mit seiner Oper „Oceane“ im letzten Jahr Aufsehen erregt hatte. Igor Levit erhält den Preis „Bestseller des Jahres“.
Gleich dreimal wird der OPUS-Award in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“ vergeben: Jonas Kaufmann mit seinem Album „Wien“, Sebastian Manz und Sebastian Studnitzky für ihre „Bernstein Story“ sowie Francesco Tristano mit „Tokyo Stories“ werden für ihren Blick über den Tellerrand geehrt.

Die Weltersteinspielung des Jahres – u.a. mit dem BR-Symphonieorchester, des DSO und dem Beethoven Orchester Bonn – macht neugierig auf die Sinfonien von Heinz Winbeck. Kyra Steckeweh und Tim van Beveren wurden in der Kategorie „Audiovisuelle Konzertproduktion“ für ihre filmische und musikalische Spurensuche über Komponistinnen ausgezeichnet.

Preisverleihung

Clemens Trautmann kündigte an, der Trägerverein lasse die Preisverleihung mit einem großen „Trotzdem“ in kleinem Rahmen stattfinden. Auf After-Shows und Gala-Ambiente wird verzichtet, dafür gibt es ein zusätzliches Kammerkonzert in der Villa Elisabeth am Vorabend der Verleihung. Nach dem Motto „Klassik verbindet“ wird ein Sonderpreis für künstlerische Initiativen während der Pandemie ausgeschrieben, der per Publikums-Voting aus einer Shortlist mit sechs innovativen Projekten ermittelt werden soll. Die verbindende Kraft der Musik mache den OPUS wichtiger denn je, so Beiratsmitglied Marsilius von Ingelheim vom Rheingau Musik Festival: „Der OPUS bringt die Menschen wieder zusammen.“ Am 17. und 18. Oktober zwar in kleinerer Besetzung, aber eben live. Mit großer Spannung wird die Bekanntgabe der Auszeichnung in der Kategorie „Lebenswerk“ erwartet.

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