Internationale Maifestspiele Wiesbaden

Mozart nonstop und zweimal Wagner

Die Internationalen Maifestspiele Wiesbaden bringen „Die Stille dazwischen“ zum Klingen.

© Karl Monika Forster

Szenenbild aus „Don Giovanni“

Christopher Bolduc (Don Giovanni), Shavleg Armasi (Leporello)

Keine andere Stadt wird so stark mit Richard Wagner verbunden wie Bayreuth. Hier gründete der Komponist 1876 seine bis heute weltberühmten Festspiele. Aber Wagner verbrachte auch einige Zeit in Biebrich, das heute zur hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden gehört. Und so kam dem Theaterintendanten Georg von Hülsen wenige Jahre nach Wagners Tod die Idee, ebenda ein Festival nach Wagners Modell auszurichten. Mit der finanziellen Unterstützung durch Kaiser Wilhelm II. konnten 1896 die ersten Festspiele stattfinden. Fanden die Festspiele während der beiden Weltkriege sowie in den Jahren dazwischen allenfalls sporadisch statt, wurden 1950 die Maifestspiele wieder ins Leben gerufen.

Während in Bayreuth ausschließlich Opern aufgeführt werden, setzt man in Wiesbaden auf Vielfalt, und so gibt es einen Monat lang neben Vorstellungen von Opern von Verdi, Puccini, Rossini oder Richard Strauss auch Ballette, Schauspiele und Filmdarbietungen. „Da kann ich eigentlich nur einen Tipp geben: Im Mai Urlaub nehmen, Freunde nach Wiesbaden einladen und gemeinsam Kultur genießen“, sagt Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich mit Blick auf das vielfältige Angebot. Der Bezug zu Wagner besteht nach wie vor: Jedes Jahr wird eine seiner Opern aufgeführt. In diesem Jahr stehen sogar gleich zwei auf dem Programm: „Tannhäuser“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“.

Internationale Maifestspiele Wiesbaden: Diesjähriger Schwerpunkt liegt auf Mozart

Unter dem Motto „Die Stille dazwischen“, bilden Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart den Schwerpunkt der diesjährigen Saison. Zur feierlichen Eröffnung wird seine Oper „Idomeneo“ gespielt, gefolgt von „La Clemenza di Tito“ und „Don Giovanni“. Dazu gibt es das große Event „Mozart24“. Dabei werden 24 Stunden lang nonstop Opernaufführungen, Orchesterwerke, Kammermusik und Lieder des Komponisten vorgetragen sowie aus Biografien, Romanen und seinen persönlichen Briefen gelesen.

Ein weiteres Highlight bildet der Konzertabend „Inferno e Paradiso“, an dem Sopranistin Simone Kermes Arien von Händel singt. Begleitet wird sie vom Orchester Amici Veneziani unter der Leitung von Gianpiero Zanocco. Und auch die Auftritte von Puppenspieler und Kunstpfeifer Nikolaus Habjan mit der Franui ­Musicbanda werden bestimmt nicht langweilig.

concerti-Tipp:

Internationale Maifestspiele Wiesbaden
30.4.-31.5.2019
Simone Kermes, The Wooden Anvil, Merlin Ensemble Wien, Aterballetto, Hofesh Shechter Company, Sidi Larbi Cherkaoui u. a.
Hessisches Staatstheater Wiesbaden

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