Wie ist die Stimmungslage? Trüb, mag man in diesen Tagen sagen. Wann endet er endlich, der Winter? Und wann endet diese verdammte Pandemie? Gibt es denn gar keinen Lichtblick? Die Fragen sind nicht neu. Philosophen, Künstler und Komponisten haben sich seit jeher mit der Last des Lebens befasst, aber auch den immer wieder aufscheinenden Rettungen, der Heilung, der puren Freude. Händels Oratorium „L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato“ ist ein wunderbares Beispiel. Les Arts Florissants werden es unter der Leitung ihres Gründers William Christie beim Barock-Festival in der Berliner Philharmonie spielen. Zusammen mit anderen namhaften Ensembles der Alten Musik, Solisten und Newcomern laden sie zu acht Konzerten an zwei Festival-Wochenenden ein.
Im Gegensatz zu Händels vorausgegangenen Oratorien, die sich auf biblische Vorlagen stützten, waren es wohl seine Gemütsverfassung und überstandene Schicksalsschläge, die den Komponisten zu naheliegenden Fragen des Menschseins führten. Das Libretto basiert auf einer Bearbeitung der beiden 1632 veröffentlichten Gedichte „L’Allegro“ und „Il Penseroso“ von John Milton. Das Gegensatzpaar des Heiteren und des Grüblerischen bot Händel zwar reizvolle Ansätze für die Vertonung, reichte ihm aber nicht. „Zu viel ernste Musik ohne Unterbrechung“ wollte er seinem Publikum dann doch nicht zumuten. Mit „Il Moderato“ schuf einen dritten, vermittelnden Charakter, um zu einem „moralischen Gesamtkonzept“ zu gelangen. Die Uraufführung im Februar 1740 nahm das Londoner Publikum begeistert auf – wohl auch deshalb, weil ausreichend geheizt wurde. Draußen herrschte bittere Kälte.
Trost durch Gott
Für den geschundenen Körper gibt es den warmen Ofen, für die geschundene Seele den Glauben. In den Kantaten Johann Sebastian Bachs, der zusammen mit einigen seiner Söhne einen namentlichen Schwerpunkt des Barock-Festivals bildet, sind Tod, Verzweiflung und Trost durch Gott zentrale Themen. Sopranistin Anna Prohaska interpretiert zusammen mit Bariton Florian Boesch und dem Ensemble Il pomo d’oro im Eröffnungskonzert ausgewählte Kantaten von Bach und Buxtehude. In Bachs Dialog-Kantate Liebster Jesu, mein Verlangen ruft eine verzweifelte Stimme Jesus an. Die Sopranstimme ist der gläubigen Seele zugeordnet, während der Bariton als Vox Christi antwortet. Im Duett finden sie schließlich zusammen: „Nun verschwinden alle Plagen“. Gerne darf man die „Plage“ auch in heutiger Zeit in ihrer doppelten Bedeutung lesen.
Termintipp
Mi., 13. Mai 2026
Musiktheater
Donizetti: L’elisir d’amore
Pretty Yende (Adina), Xabier Anduaga (Nemorino), Leonardo Neiva (Belcore), Peter Kálmán (Doktor Dulcamara), Antonino Fogliani (Leitung), Otto Schenk (Regie)
Mi., 13. Mai 2026 11:00 Uhr
Kinder & Jugend
Saint-Saëns: Karneval der Tiere
Mitglieder des Philharmonischen Orchester Erfurt, Stefano Cascioli (Leitung)
Mi., 13. Mai 2026 12:00 Uhr
Konzert
Mi., 13. Mai 2026 12:30 Uhr
Konzert
Gabriel Meloni, Michael Dangl
Skrjabin: Vers la flamme. Poème op. 72, Mahler: Adagietto aus Sinfonie Nr. 5, Tschaikowsky/Volodos: Kolibel’naja pesn‘ j burju „Wiegenlied im Sturm“ op. 54/10, Schostakowitsch: 24 Präludien op. 34 (Auswahl), Lesung aus Mann: Buddenbrooks „Im Reich der Gedanken“
Mi., 13. Mai 2026 12:30 Uhr
Musik in Kirchen
Mi., 13. Mai 2026 13:45 Uhr
Konzert
Termintipp
Mi., 13. Mai 2026 14:30 Uhr
Konzert
Haydn: Sinfonien B-Dur, Es-Dur „mit dem Paukenwirbel“ & D-Dur „Salomon“
Wiener Philharmoniker, Riccardo Muti (Leitung)
Mi., 13. Mai 2026 17:00 Uhr
Musik in Kirchen
J. S. Bach: Freue dich, erlöste Schar BWV 30
Internationales Bachfest Schaffhausen





