Lieblingsstück Alexander Krichel

Robert Schumann: Sinfonische Etüden

Pianist Alexander Krichel hat in Schumanns „Sinfonischen Etüden“ seinen eigenen roten Faden entdeckt.

© Oliver Mark

Alexander Krichel

Alexander Krichel

Mich verbindet eine lange Geschichte mit dem Stück. Seit acht oder neun Jahren spiele ich es immer wieder. Von Schumann selbst gibt es nachgelassene Etüden, die man ganz oder zum Teil einfügen kann. Mittlerweile habe ich das ­Gefühl, meinen ganz eigenen roten Faden gefunden zu haben, der sich durch das ganze Stück zieht. Wenn ich die Etüden auf der Bühne spiele, habe ich das Gefühl, in Trance zu fallen und 36 Minuten später wieder aufzuwachen. Solche Momente sind die glücklichsten auf der Bühne.

Schumann hatte zwar die Kunstfiguren Florestan, den positiven und Eusebius, den melancholisch-nachdenklichen geschaffen. Aber bei den Sinfonischen Etüden treten noch ganz andere Facetten zutage. Sie wechseln zwischen Frohsinn, Trauer und Melancholie – und betreten in den posthum in den Zyklus integrierten Etüden himmlische Sphären! Man hat vor allem bei der fünften, im Nachhinein veröffentlichten Etüde das Gefühl, als ob man in ­eine verklärte Sternennacht entschwindet.

Verliert bei Schumann die Gravitation und die Bindung zur Erde: Alexander Krichel

Doch dann kommt die nächste Etüde und holt einen mit ihrer Schwerkraft wieder zurück. Es ist auch stets ein Kampf nach innen, der sich erst in den letzten Sekunden auflöst. Dann erst weiß man, worum es in den letzten 35 Minuten ging. Diesen Kampf finde ich schwer darzustellen, wenn man ihn während der Interpretation nicht lebt. Wenn man sie spielt, verliert man die Gravitation und Bindung zur Erde – und wenn man alle fünf nachgelassenen Sätze spielt, wird es umso schwerer zurückzukommen. Aber dafür war die Reise ­umso intensiver!

Termine

Freitag, 08.03.2024 19:30 Uhr Stadttheater Rendsburg

Alexander Krichel, Schleswig-Holsteinisches Sinfonieorchester, Ingo Martin Stadtmüller

Mendelssohn: Ein Sommernachtstraum op. 21, Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18, Zemlinsky: Die Seejungfrau

Dienstag, 12.03.2024 19:30 Uhr A. P. Møller Skolen Schleswig

Alexander Krichel, Schleswig-Holsteinisches Sinfonieorchester, Ingo Martin Stadtmüller

Mendelssohn: Ein Sommernachtstraum op. 21, Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18, Zemlinsky: Die Seejungfrau

Mittwoch, 13.03.2024 19:30 Uhr Deutsches Haus Flensburg

Alexander Krichel, Schleswig-Holsteinisches Sinfonieorchester, Ingo Martin Stadtmüller

Mendelssohn: Ein Sommernachtstraum op. 21, Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18, Zemlinsky: Die Seejungfrau

Donnerstag, 14.03.2024 20:00 Uhr NordseeCongressCentrum Husum

Alexander Krichel, Schleswig-Holsteinisches Sinfonieorchester, Ingo Martin Stadtmüller

Mendelssohn: Ein Sommernachtstraum op. 21, Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18, Zemlinsky: Die Seejungfrau

Sonntag, 24.03.2024 19:00 Uhr Stadthalle Rheinberg

Alexander Krichel

Werke von Brahms, Rachmaninow u. a.

Mittwoch, 17.04.2024 19:30 Uhr Konzertsaal Gera

Alexander Krichel, Philharmonisches Orchester Altenburg Gera, Ruben Gazarian

Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18, Strawinsky: Der Feuervogel

Donnerstag, 18.04.2024 19:30 Uhr Konzertsaal Gera

Alexander Krichel, Philharmonisches Orchester Altenburg Gera, Ruben Gazarian

Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18, Strawinsky: Der Feuervogel

Sonntag, 05.05.2024 11:15 Uhr Oldenburgisches Staatstheater
Donnerstag, 16.05.2024 19:30 Uhr Elbphilharmonie Hamburg

Alexander Krichel

Chopin: Nocturne Es-Dur op. 27/2, Ballade Nr. 2 F-Dur op. 38 & Sonate Nr. 2 b-Moll op. 35, Rachmaninow: Six Moments musicaux op. 16

Freitag, 09.08.2024 20:00 Uhr Schloss Weilburg

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