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Porträt Kristjan Järvi

Von Wagner über Radiohead bis zu Babylon Berlin

Kristjan Järvi erfindet sich immer wieder neu und liebt das Spiel mit Stilen.

vonIrem Çatı,

Als Sohn und kleiner Bruder der Dirigenten Neeme und Paavo Järvi hätte es für Kristjan Järvi in der Klassikbranche schwer werden können, sich zu behaupten. Doch der 47-Jährige hat sich durch Kreativität und Vielseitigkeit einen festen Platz im Klassikbetrieb gesichert. Nicht nur führt er als erfolgreicher Dirigent die Familien­tradition weiter. Gleichzeitig arbeitet er als Produzent, Komponist und Arrangeur. Alles einfach anders machen – das zeichnet Kristjan Järvi aus. Wenn er dirigiert, steht Wagner genauso auf dem Programm wie Radiohead. Das konnte er als Gastdirigent bereits mit dem London Symphony ­Orchestra, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder dem Gewandhausorchester beweisen. Gelernt hat er unter anderem beim Los Angeles Philharmonic Orchestra und Esa-­Pekka Salonen, dessen Assistent er von 1998 bis 2000 war.

Kennt keine Genre-Grenzen: Kristjan Järvi

Seine musikalischen Vorstellungen setzt er aber auch mit eigenen Projekten um. Gemeinsam mit dem Komponisten Gene Pritsker gründete er 1993 die New Yorker Gruppe Absolute Ensemble, die Klassik mit Hip-Hop und Jazz verbindet. Zudem ist er Gründer und künstlerischer Leiter des Baltic Sea Philharmonic. Gleichzeitig leitet er die Hausband Nordic Pulse seiner Produktionsfirma Sunbeam Production, mit der er regelmäßig Konzertshows organisiert. Mit der Produktion „Midnight Sun“, in der er sowohl als Komponist zu hören wie auch als Dirigent zu erleben war, trat er im Juli sogar im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie auf. Doch nicht nur für eigene Shows komponiert Kristjan Järvi. Auch für Tom Tykwers Erfolgsserie „Babylon Berlin“ schrieb er einzelne Musikstücke und nahm diese mit seinem Absolute Ensemble sowie mit dem MDR Rundfunksinfonie­orchester auf, dessen Chef­dirigent er zwischen 2012 und 2018 war.

Auch in Dresden wird das Multitalent zu erleben sein. Gemeinsam mit der Pianistin SoRyang begleitet er das Zagreb Philharmonic Orchestra auf großer Herbsttournee. Neben Werken von Gotovac, Grieg, Pärt und einem Arrangement Järvis von Tschaikowskys Bühnenmusik „Schneeflöckchen“ wird im Rahmen dieser Tournee weltweit erstmals auch die Orchesterfassung von Järvis „New York Songs“ zu hören sein.

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