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Rezension Simone Kermes – La Luce

Hellstrahlend

Mit engelhafter Reife und emotional anrührend verzaubert Sopranistin Simone Kermes in Werken vom Barock bis zur Postmoderne.

vonRoland H. Dippel,

Alte und Neue Musik gehören zur DNA der Warschauer Kammeroper. Hier prallen deren Orchester und Chor mit der zirzensisch vitalen und doch sehr nachdenklichen Simone Kermes aufeinander. Trotzdem kommt es zu keinem Vulkanausbruch, sondern zu einer äußerst anregenden und emotionalen Begegnung. In diesen Aufnahmen aus dem Pandemie-Sommer 2020 zeigt Kermes’ Stimme neben ihren verschwenderisch strömenden Koloraturen eine anrührende Kindlichkeit und engelhafte Reife. Der so noch nicht gehörte Höhepunkt ist die berühmte und meist mit sarkastischer Frivolität gepanzerte Arie aus „Candide“. Hier wird sie zum Schattenspiel einer Vielzahl von Stimmungen und unerwarteter instrumentaler Valeurs. Kermes und das Orchester tragen zusammen, was ihnen gemeinsam liebenswert ist. Ein Favoritstück findet sich für jeden Hörenden – ob vom virtuosen Dittersdorf oder vom melancholischen Morricone. Wenn es in den gesungenen Versen nicht um das Licht geht, steckt dieses in den Tönen, sogar wenn es nachdenklich und ernst wird. Musik hat eine eigene Logik. Deshalb kann Kermes bestätigen, dass Stimmlicht immer stärker ist als atmosphärisches Dunkel. Das gilt bei ihr für alle Epochen vom Barock bis zur Postmoderne.

La Luce
Werke von Vinci, Mozart, Morricone, Händel, Orff, Bernstein, Penderecki u. a.

Simone Kermes (Sopran), Chor & Orchester der Warschauer Kammeroper, Julien Salemkour (Leitung)
Prospero

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Atemberaubendes Feuerwerk

Mit funkelnder Virtuosität und unbändiger Ausdruckskraft widmet sich Simone Kermes einer echten Rarität: der Arie È follia d’un alma stolta aus dem Oratorium Giob von Carl Ditters von Dittersdorf. Ein atemberaubendes Feuerwerk klassischer Koloraturkunst – und die Wiederentdeckung eines nahezu vergessenen Meisterwerks. Ein Track aus dem neuen Album „La Luce“.

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