Bücherfrühling – Christian Gerhaher: Lyrisches Tagebuch

Das Lied aus der Innensicht des Sängers

Bariton Christian Gerhaher bringt uns Werke nahe, die ihn immer wieder erstaunen und berühren.

© Sony/Gregor Hohenberg

Der promovierte Mediziner gilt als scheu: Christian Gerhaher

Der promovierte Mediziner gilt als scheu: Christian Gerhaher

Dass Christian Gerhaher einer der bedeutendsten Liedinterpreten unserer Zeit ist, dürfte allgemein bekannt sein. Dass er ein Sänger ist, der sein Tun auf höchstem intellektuellen Niveau hinterfragt und analysiert, weiß, wer das Glück hatte, mit ihm Gespräche über das Lied führen zu dürfen. Und alle anderen Lied-Liebhaber können sich davon nun ebenfalls überzeugen, indem sie Gerhahers Buch „Lyrisches Tagebuch – Lieder von Franz Schubert bis Wolfgang Rihm“ lesen. Es handelt sich um assoziative, mitunter schon ins Philosophische tendierende Gedanken, die sich der Ausnahmesänger in den über dreißig Jahren seiner intensiven Auseinandersetzung mit dem Liedschaffen von Ludwig van Beethoven, Franz Schubert als dem „Urvater“ der Gattung, Robert Schumann, dessen vielfältigem Werk besonders viel Raum eingeräumt wird, Gustav Mahler über Othmar Schoeck bis hin zu Wolfgang Rihm und Heinz Holligers Liederzyklus und späterer Oper „Lunea“ gemacht hat – einen Seitenblick auf Mozarts „Don Giovanni“ eingeschlossen.

Ein Leser, der seinerseits mit dieser Literatur nicht vertraut ist, dürfte gewisse Verständnisprobleme haben, denn Gerhaher setzt vieles voraus. Wer das Lied hingegen kennt und liebt, wird dieses Buch mit ebenso viel Genuss wie Gewinn lesen können. Aus der Natur der Sache ergibt sich, dass nicht nur die Musik, sondern auch der zugrundeliegende Text beleuchtet wird. Und dass Gerhaher dies nicht in der Art eines Musik- oder Literaturwissenschaftlers angeht, sondern von völlig individuellen Erlebnissen und Erfahrungen ausgeht, macht das Buch so besonders. Der Leser gewinnt einen neuen Blick auf die geliebten Werke, der das Hörerlebnis bereichern wird. Und lernt vielleicht selteneres Repertoire wie Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“ sogar neu kennen.

Buch-Tipp

Lyrisches Tagebuch – Lieder von Franz Schubert bis Wolfgang Rihm

Christian Gerhaher
C. H. Beck, 334 Seiten
25 Euro

Termine

Donnerstag, 14.03.2024 19:30 Uhr TauberPhilharmonie Weikersheim
Samstag, 16.03.2024 16:00 Uhr Neue Universität Heidelberg

Christian Gerhaher, Gerold Huber

Heidelberger Frühling
Sonntag, 24.03.2024 15:00 Uhr Haus für Mozart Salzburg

Christian Gerhaher, Gerold Huber

Osterfestspiele Salzburg
Sonntag, 31.03.2024 16:00 Uhr Bayerische Staatsoper

Wagner: Parsifal

Clay Hilley (Parsifal), Christian Gerhaher (Amfortas), Bálint Szabó (Titurel), Georg Zeppenfeld (Gurnemanz), Jochen Schmeckenbecher (Klingsor), Constantin Trinks (Leitung), Pierre Audi (Regie)

Donnerstag, 04.04.2024 17:00 Uhr Bayerische Staatsoper

Wagner: Parsifal

Clay Hilley (Parsifal), Christian Gerhaher (Amfortas), Bálint Szabó (Titurel), Georg Zeppenfeld (Gurnemanz), Jochen Schmeckenbecher (Klingsor), Constantin Trinks (Leitung), Pierre Audi (Regie)

Sonntag, 07.04.2024 16:00 Uhr Bayerische Staatsoper

Wagner: Parsifal

Clay Hilley (Parsifal), Christian Gerhaher (Amfortas), Bálint Szabó (Titurel), Georg Zeppenfeld (Gurnemanz), Jochen Schmeckenbecher (Klingsor), Constantin Trinks (Leitung), Pierre Audi (Regie)

Mittwoch, 10.04.2024 17:00 Uhr Bayerische Staatsoper

Wagner: Parsifal

Clay Hilley (Parsifal), Christian Gerhaher (Amfortas), Bálint Szabó (Titurel), Georg Zeppenfeld (Gurnemanz), Jochen Schmeckenbecher (Klingsor), Constantin Trinks (Leitung), Pierre Audi (Regie)

Sonntag, 21.04.2024 11:00 Uhr Staatsoper Stuttgart
Samstag, 20.07.2024 15:00 Uhr Kloster Chorin
Samstag, 20.07.2024 17:00 Uhr Bayerische Staatsoper

Wagner: Parsifal

Münchner Opernfestspiele

Rezensionen

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Offene Formgebilde

Mit Reflexion nehmen sich Christian Gerhaher, Piotr Beczała und Gerold Huber Mahlers „Lied von der Erde“ an. weiter

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Christian Gerhaher beweist mit dem Kammerorchester Basel und Dirigent Heinz Holliger feinsinniges Gespür für die kleinen Sprachnuancen der „Elegie“. weiter

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Jubiläum

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