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Frank Dupree in Chemnitz

Klassik, Jazz und auch mal Groove

Pianist Frank Dupree ringen Genregrenzen nur ein müdes Lächeln ab. In Chemnitz ist er dieser Tage gleich mehrfach zu erleben.

vonChristian Schmidt,

Musikalische Horizonte zu erweitern – das ist seit jeher Frank Duprees Credo. Nicht umsonst gehört der 31-Jährige zu den wenigen Pianisten, die wirklich fundiert über Genregrenzen hinauszugehen imstande sind und nicht nur hie und da mal ein kleines Jazzstückchen an ihre Solorecitals dranhängen. Der umtriebige Badenser kann mühelos zwischen Beethoven-Sonaten und eigenen Improvisationen springen, vom Klavier aus ein Orchester leiten und nachher in der Pausen-Lounge grooven, dass es nur so rummst. Er ist einfach zu Hause zwischen Mozart und Dukas, Debussy und Miles Davis, Elgar und Eötvös, dazumal Lehrer des einstigen Wunderkinds.

Daneben befleißigt sich Dupree, der nach unzähligen Trophäen spätestens seit dem Deutschen Musikwettbewerb 2014 auf alle wichtigen Bühnen dieser Welt komplimentiert wird, der Musikvermittlung für junge Leute, reüssiert als Jazzschlagzeuger, engagiert sich für Neue Musik (auch die eigene), pflegt das Kammerensemblespiel und betätigt sich nicht zuletzt als Dirigent. Auch in der Corona-Zeit blies Dupree keine Trübsal, plante nicht nur mehrere CD-Veröffentlichungen, sondern wusste auch mit seinem Boléro-Videoclip zu überraschen, der ihn an zehn Flügeln gleichzeitig in allen wesentlichen Orchesterparts zeigt, so als hätte er mehrere Doppelgänger.

Mit Frank Dupree von Bach bis Ellington

Bereits seit 2009 arbeitet Dupree aber auch mit dem Schlagzeuger Meinhard Jenne zusammen, seit 2020 komplettiert der Kontrabassist Jakob Krupp das Trio. Mit beiden Musikern, deren Talente absolut auf Augenhöhe Duprees rangieren, füllt er große Säle – so hoffentlich auch das Chemnitzer Kongresszentrum, wo er einen großen Bogen von Bach über Bernstein bis Duke Ellington spannt. Ein großes Faible hat Dupree zudem für den genial-verrückten ukrainischen Jazzkomponisten Nikolai Kapustin, der vor anderthalb Jahren für immer seinen Bleistift niederlegte, nachdem er sein Leben ausgeschriebenen Jazzwerken gewidmet hatte. Mit der ortsansässigen Robert-Schumann-Philharmonie spielt Dupree übrigens nur wenige Tage nach seinem Trio-Gig auch Kapustins viertes Klavierkonzert – ein Feuerwerk unbändiger Musizierfreude. Den (übrigens blitzgescheiten) Mann und seine flotten Hände darf man einfach nicht verpassen!

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