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Staatsoper Unter den Linden Berlin – So wird die Spielzeit 2024/2025

Alles neu in Berlin

Die Berliner Staatsoper startet mit neuer Doppelspitze: Intendantin Elisabeth Sobotka und Generalmusikdirektor Christian Thielemann stellen das Programm der kommenden Spielzeit vor.

vonAndré Sperber,

Mit warmen, dankenden Worten der Würdigung für Daniel Barenboim, der nach über dreißig Jahren sein Amt als Generalmusikdirektor aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hat, eröffnet sein Nachfolger Christian Thielemann gemeinsam mit der designierten Intendantin Elisabeth Sobotka die Pressekonferenz zur Spielzeitpräsentation an der Berliner Staatsoper Unter den Linden. „Viele Fragen mich jetzt, was ich alles anders machen werde mit dem Orchester. Aber ich will ich gar nicht alles ändern, das wäre auch töricht“, so Thielemann. „Vielmehr möchte ich von der klanglichen Perfektion und der enormen Qualität der Staatskapelle profitieren, die Barenboim hier hinterlassen hat.“ Daniel Barenboim soll im November offiziell zum Ehrenchefdirigenten der Berliner Staatskapelle ernannt werden, auch ist ein Konzert unter seiner Leitung in der kommenden Saison geplant.

Mit neuer Doppelspitze verspricht darüber hinaus auch das Musiktheater weitere Saisonhöhepunkte: Acht Premieren stehen an der Staatsoper an. Giuseppe Verdis „Nabucco“ in einer Inszenierung von Emma Dante macht den Anfang im Oktober. Die Rolle der Abigaille übernimmt die russische Sopranistin Anna Netrebko, die sich zwar mittlerweile vom russischen Krieg gegen die Ukraine distanziert hat, deren Auftreten jedoch noch immer für Kontroversen sorgt.

Mit Premieren von Leoš Janáčeks „Die Ausflüge des Herrn Brouček“ mit Simon Rattle, György Kurtágs „Fin de Partie“ und der deutschen Erstaufführung von Bernard Foccroulles „Cassandra“ bleibt die neue Intendantin Elisabeth Sobotka ihrer Linie treu, auch selten gespieltes Repertoire und Zeitgenössisches auf den Spielplan zu setzen, so wie die Wienerin es schon während ihrer laufenden Intendanz bei den Bregenzer Festspielen stets anstrebte. Ihr klares Ziel: „Hier in Berlin, in diesem einmaligen Zentrum der Bildung, des Geistes, und des Menschseins ein lebendiges, schlagendes kulturelles Herz zu schaffen, das mit großartigen Kollektiven Oper macht und sie den Menschen nahebringt, das ist meine Vision“, berichtet Sobotka. Mit Rachel Willis-Sørensen in der Titelpartie der Premiere von Vincenzo Bellinis „Norma“, Elina Garanča als Kundry in Richard Wagners „Parsifal“, Johannes Erath als Regisseur der Neuinszenierung von „Fin de Partie“ sowie vielen Weiteren finden dafür auch in der kommenden Saison wieder zahlreiche Größen den Weg in die Staatsoper Unter den Linden.

Erstmals an der Staatsoper Berlin: „Die schweigsame Frau“ von Richard Strauss

Das erste wirklich gemeinsam erarbeitete Projekt von Elisabeth Sobotka und Christian Thielemann wird im Juli 2025 „Die schweigsame Frau“ von Richard Strauss sein, ein Werk, das Thielemann erstmals dirigieren wird und das noch nie an der Berliner Staatsoper gespielt wurde. Vor allem in den Konzerten der Staatskapelle überrascht Thielemann mit Repertoire von Samy Moussa, Arnold Schönberg oder Felix Mendelssohn, verbindet man seinen Namen doch vor allem mit den großen Romantikern Wagner, Strauss und Bruckner – „leider“, wie der 65-Jährige erzählt: „Sicher, ich habe mit diesen Werken Karriere gemacht, spiele sie oft und gerne, aber viele vergessen, wie sehr ich auch Operette oder die großen Italiener liebe.“ Das klingt vielversprechend für die kommenden Spielzeiten in Berlin.

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