Mit Anfang dreißig nähern sich die klavierspielenden Brüder Lucas und Arthur Jussen schon der Schallmauer von zwei Jahrzehnten Bühnenerfahrung. Klangsinn, Virtuosität, Spielfreude, Mut und stets ein gesundes Maß an Humor zeichnen die Auftritte der beiden Niederländer aus, die sich längst in das internationale Spitzenfeld der Klavier-Duos gespielt haben. Komponisten wie Fazıl Say schrieben ihnen in jüngerer Vergangenheit Werke auf den Leib, im Frühjahr folgt die Uraufführung eines Konzerts von Andrew Norman. Bis es soweit ist, gehen die Jussens aber noch einmal auf Tournee.
Und weil es sich im Doppel-Duo noch schöner musizieren lässt, bestreiten sie die Konzertreise gemeinsam mit zwei ausgezeichneten Schlagwerkern: Alexej Gerassimez und Emil Kuyumcuyan. Bereits bei seinen ersten Auftritten vor vier Jahren bewies das Quartett, wie energiegeladen, aufregend und harmonisch diese doppelte Duo-Besetzung ist. Auf Seiten der Originalwerke für Klavier- und Schlagwerk-Duo zeigt sich das unter anderem im schnellen Satz aus dem Quartett von Minimal-Music-Koryphäe Steve Reich sowie in Auszügen aus den „Textures“ seines New Yorker Kollegen Paul Lansky. Doch auch unter den Bearbeitungen des Abends finden sich Glanzlichter: Peter Sadlo, einst Gerassimez’ Lehrer, arrangierte Leonard Bernsteins „Sinfonische Tänze“ aus „West Side Story“. Gerassimez wiederum goss John Adams’ rhythmisch markante Orchesterfantasie „Short Ride in a Fast Machine“ – mit der schnellen Maschine soll übrigens ein italienischer Sportwagen gemeint sein – in handliches Quartettformat.




