Mit sechs Opern- und zwei Ballettpremieren bleibt das Neuproduktionspensum der Wiener Staatsoper angesichts ihrer Größe traditionell überschaubar – doch dieses hat es in sich. Bereits bei der frei zugänglichen Saisoneröffnung im Burggarten geben vier Gäste der kommenden Spielzeit eine Kostprobe ihres Könnens: Ludovic Tézier, die Kammersänger Piotr Beczała und Juan Diego Flórez sowie Asmik Grigorian. Letztere steht auch bei der ersten Premiere im Zentrum und gestaltet in den beiden Einaktern „Eine florentinische Tragödie“ (Zemlinsky) und „Herzog Blaubarts Burg“ (Bartók) jeweils die weibliche Hauptpartie.
Für das erste Regie-Highlight sorgt Barrie Kosky, der im November Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ inszeniert. Es folgen selten gespielte Werke wie Berlioz’ „La Damnation de Faust“ und Tschaikowskys „Pique Dame“ sowie hochkarätig besetzte Klassiker: So kehrt etwa Anna Netrebko in der zweiten Serie von Verdis „Un ballo in maschera“ ans Haus am Ring zurück.
Im Ballett feiert John Neumeiers Klassiker „Nijinsky“ Premiere, bevor Choreografen wie Wayne McGregor und Justin Peck mit Musik von Bernstein und Martinů bis hin zu Max Richter neue ästhetische Räume erschließen.
Neues erschließen, Altes ehren
Auf der neuen Spielstätte NEST, der im Dezember 2024 eröffneten zweiten Bühne der Wiener Staatsoper, sind vier Jugendopernproduktionen sowie ein Ballett der Jugendkompanie geplant, darunter „Das Tagebuch der Anne Frank“ von Grigori Frid und „Die kleine Hexe“ von Franz Wittenbrink. Das Ballett widmet sich mit Musik von Debussy Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“.
Ergänzt wird das Programm durch acht Wiederaufnahmen profilierter Produktionen, darunter Cilèas „Adriana Lecouvreur“, Korngolds „Die tote Stadt“ und Bergs „Lulu“ – beide in der Regie Willy Deckers – sowie Giordanos „Andrea Chénier“.






