An Silvester und Neujahr sprüht die hiesige Konzert- und Opernlandschaft nicht gerade vor Kreativität. Gerade zum Jahresende scheint es aus Veranstaltersicht Klassikliebhabern vor allem um den Genuss von Dauerbrennern wie Beethovens Neunter zu gehen oder darum, in diversen Operngalas (mit „weltberühmten“ respektive „unvergessenen Melodien“!) das Jahr ausklingen zu lassen. Ob dem wirklich so ist, sei dahingestellt. Doch gibt es auch Gegenbeispiele, die dem neugierigen Publikum eine Alternative bieten. So zum Beispiel das Theater Ulm, wo es ganz bewusst extravagant zugeht. Unter dem Titel „Operette Extrem“ darf sich das Publikum auf solo-sopranöse Grenzerfahrungen in einem virtuosen Reigen von Jacques Offenbach, Robert Stolz bis hin zu Franz Lehár freuen, die sich fernab des emotionalen Mittelfelds bewegen dürften. Auf der Bühne zu erleben ist Sopranistin Elke Kottmair, am Klavier begleitet von Alwina Meissner.
Meilensteine von sieben Komponisten aus sieben Ländern
Zwar weniger ausschweifend, aber mindestens ebenso vielfältig präsentiert sich das Calmus Ensemble an Silvester. Gemeinsam mit ihrem Publikum möchten sich die fünf Sängerinnen und Sänger im Neuen Schloss Stuttgart an Vergangenes erinnern, von Aktuellem inspirieren lassen und für die Zukunft öffnen. Unter dem Titel „Musikalische Meilensteine zum Jahreswechsel“ präsentieren sie eine „kreative Globalisierung“ mit sieben Komponisten aus sieben unterschiedlichen Ländern. Hier treffen Songwriter auf Avantgarde, Klassik auf Folk-Melodien und südamerikanische Grooves auf Jazz. Für diejenigen, die es an Silvester einmal mit amerikanischen Klängen versuchen möchten, lädt das Theater Freiburg gemeinsam mit Dirigent André de Ridder und dem Philharmonischen Orchester Freiburg zu „American Fireworks“. Auf dem Programm stehen populäre Filmmusikwerke zu „Der weiße Hai“, „Indiana Jones“ oder „E. T“. Obendrein bietet das Doppelkonzert für zwei Klaviere von Bryce Dessner Einblicke in die zeitgenössische Klassikszene auf der anderen Seite des großen Teichs. Anschließend wird der Jahresausklang im Theater mit einer rauschenden Silvesterparty gebührend gefeiert.
Zukunftsmusiken aus fünf Jahrhunderten
„Mit Schwung ins neue Jahr“ geht es auch am Staatstheater Karlsruhe, das mit einem ebenfalls amerikanisch angehauchten Programm am Neujahrstag aufwartet. Hier führt Generalmusikdirektor Georg Fritzsch mit der Badischen Staatskapelle das Publikum unter anderem mit Werken von George Gershwin und Leonard Bernstein ins jazzige Amerika der Dreißiger- und Vierzigerjahre. Ebenfalls auf dem Programm stehen Neuinterpretationen beliebter Jazzstandards wie Joseph Kosmas „Autumn Leaves“. Gleich auf eine mehrere Jahrhunderte umspannende Zeitreise geht die Rheinische Philharmonie am Theater Koblenz. Unter dem Titel „Utopien, Visionen, Science-Fiction“ erklingen unter der Leitung von Marcus Merkel Zukunftsmusiken der vergangenen fünfhundert Jahre und führen die Zuschauer von mittelalterlichen Klängen bis hin zur Atonalität der Moderne.
Warum also diesmal nicht etwas Neues wagen und das Jahr mit einem musikalischen Erlebnis abseits gediegener Traditionen ausklingen lassen? „Same procedure as every year“ hat man im Fernsehen ja genug.
Di., 31. März 2026 12:00 Uhr
Musik in Kirchen
Company of Music, Johannes Hiemetsberger, Nadja Kayali
Übergänge Festival
Di., 31. März 2026 14:00 Uhr
Kinder & Jugend
Hänsel & Gretel – neu verknuspert
Anna Tropper-Lener (Violine & Rezitation), Alexander „Xidi“ Christof (Akkordeon & Rezitation), Christoph Steiner (Regie)
Di., 31. März 2026 15:00 Uhr
Konzert
Mitglieder des Royal Concertgebouw Orchestra
Osterfestspiele Baden-Baden
Termintipp
Di., 31. März 2026 16:00 Uhr
Konzert
Rihm: Musik für drei Streicher
Heidelberger Frühling
Termintipp
Di., 31. März 2026 17:00 Uhr
Musiktheater
Wagner: Parsifal
Daniele Gatti (Leitung), Floris Visser (Regie)
Di., 31. März 2026 17:00 Uhr
Kinder & Jugend
Hänsel & Gretel – neu verknuspert
Anna Tropper-Lener (Violine & Rezitation), Alexander „Xidi“ Christof (Akkordeon & Rezitation), Christoph Steiner (Regie)
Termintipp
Di., 31. März 2026 18:00 Uhr
Musiktheater
Wagner: Lohengrin
Osterfestspiele Baden-Baden
Termintipp
Di., 31. März 2026 18:00 Uhr
Konzert
Dongping Wang, Igor Levit, Ulrich Mosch
Heidelberger Frühling
Termintipp
Di., 31. März 2026 18:00 Uhr
Musiktheater
R. Strauss: Der Rosenkavalier
Patricia Nolz (Octavian), Julia Kleiter (Feldmarschallin Fürstin Werdenberg), Peter Rose (Baron Ochs auf Lerchenau), Roman Trekel (Herr von Faninal), Nikola Hillebrand (Sophie), Christian Thielemann (Leitung), André Heller (Regie)
Di., 31. März 2026 18:00 Uhr
Konzert
Jörg Halubek
Thüringer Bachwochen
Di., 31. März 2026 18:30 Uhr
Musik in Kirchen
Dubois: Die sieben letzten Worte Christi
Übergänge Festival
Di., 31. März 2026 19:00 Uhr
Musiktheater
Smetana: Die verkaufte Braut
Franz Xaver Schlecht (Krušina), Juliette Mars (Ludmilla), Slávka Zámečníková (Mařenka), Ivo Stanchev (Mícha), Zoryana Kushpler (Háta), Pavol Breslik (Jeník), Michael Laurenz (Vašek), Peter Kellner (Kecal), Ilia Staple (Esmeralda), Tomáš Hanus (Leitung), Dirk Schmeding (Regie)
Di., 31. März 2026 19:00 Uhr
Musiktheater
Britten: War Requiem (szenisch)
Sarah-Jane Brandon (Sopran), Oliver Sewell (Tenor), Michał Partyka (Bariton), Stefan Klingele (Leitung), Frank Hilbrich (Regie)
Termintipp
Di., 31. März 2026 19:00 Uhr
Musiktheater
Leclair: Scylla et Glaucus
Festival Zürich Barock
Termintipp
Di., 31. März 2026 19:00 Uhr
Tanztheater
Marie Antoinette
Christoph Altstaedt (Leitung), Thierry Malandain (Choreografie)






