Wenn der Deich bebt und die Scheunen swingen, ist SHMF-Zeit. Für die 41. Ausgabe hat Intendant Christian Kuhnt nicht nur eine Stadt, sondern ein Lebensgefühl eingeladen: Stockholm steht im Fokus. Und während manche beim Akkordeon noch an Seemannslieder denken, wird die lettische Virtuosin Ksenija Sidorova 2026 zeigen, wie viel Ausdruckskraft und Raffinesse in diesem Instrument steckt.
Das Klassik-Gipfeltreffen im hohen Norden
Die Star-Dichte braucht keinen roten Teppich-Vergleich zu scheuen. Zwischen Flensburg und Hamburg versammelt sich erneut die erste Liga der Klassik: Yo-Yo Ma, Hilary Hahn und Daniil Trifonov zeigen ihre Leidenschaft für instrumentale Preziosen. Altmeister wie Grigory Sokolov, Tabea Zimmermann, Anne Sofie von Otter oder Håkan Hardenberger sorgen ebenso für Sternstunden wie junge Vertreter der Zunft, darunter Anastasia Kobekina, Claire Huangci, Hayato Sumino und Vivi Vassileva.
Legenden am Pult haben ihr Kommen angekündigt, so wie Daniel Barenboim und Zubin Mehta, der auf seinen 90. Geburtstag zusteuert. Auch die erste Reihe der nächsten Generation ist zahlreich vertreten. Karina Canellakis, Omer Meir Wellber, Paavo Järvi und Daniel Harding leiten Traditionsklangkörper wie das Zürcher Kammerorchester und das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin. Mit dem Swedish Radio Symphony Orchestra und dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra wird der Städteschwerpunkt orchestral gewürdigt. Die norddeutschen Partner wie das NDR Elbphilharmonie Orchester, die NDR Radiophilharmonie und NDR Vokalensemble dürfen ebenfalls nicht fehlen.
Jazz und ABBA-Flair
Das Festival schlägt Brücken von Klassik über Jazz bis zu schwedischem Rock und Pop. Nils Landgren feiert 2026 seinen 70. Geburtstag mit mehreren Projekten – in einem Konzert mit dem Geiger Daniel Hope, beim Debüt mit dem Festivalorchester sowie in einer Doppelrolle als Posaunist und Sänger gemeinsam mit dem Swedish Radio Choir. Auch ABBAs Welt ist präsent: Asya Fateyeva verschmilzt mit der lautten compagney BERLIN barocke Klänge mit den Hits der schwedischen Pop-Gruppe. Ein Höhepunkt wird das Musical „Ches” von Benny Andersson und Björn Ulvaeus – konzertant aufgeführt von einem renommierten Solistenensemble, The Danish Philharmonic und dem Festivalchor.
Bewährtes bleibt – und Neues gibt es zu entdecken
SHMF-Fans und Neugierige dürfen sich auf liebgewonnene Traditionen freuen, die freilich auch dieses Jahr mit Qualität und Vielfalt bestechen: der Werftsommer in den historischen Industriehallen der Lübecker Kulturwerft Gollan, das Schleswig-Holstein Festival Orchestra und der Festivalchor, das Projekt „Singstars” oder die Konzertreihe „Meisterschüler – Meister”. Jeder und jede wird auf seine Kosten kommen. Mit den Musikfesten auf dem Lande und den zahlreichen Angeboten für Familien ist auch für den Publikums-Nachwuchs gesorgt. Mit neuen Spielstätten in Geesthacht, Lübeck und Glücksburg ist das Festival weiterhin auf Entdeckerkurs.




