Jonas Kaufmann (* 10. Juli 1969) gehört zu den bedeutendsten Tenören der Gegenwart. Aufgewachsen in seiner Heimatstadt München, studierte er nach einigen Semestern Mathematik von 1989 bis 1994 Gesang an der Hochschule für Musik und Theater München und perfektionierte sein Können in Meisterkursen bei Hans Hotter, Josef Metternich und James King.
Auf sein Bühnendebüt 1993 in Regensburg folgte ein dreijähriges Engagement am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken. Weitere Zusammenarbeiten führten ihn an die Staatsoper Stuttgart und ans Opernhaus Zürich. Ab Anfang der 2000er-Jahre etablierte sich Kaufmann an den international führenden Opernhäusern, wo er bis heute regelmäßig zu Gast ist. Dazu zählen die Londoner Royal Opera, die Metropolitan Opera in New York, die Bayerische und die Wiener Staatsoper. 2010 war er erstmals bei den Bayreuther Festspielen in der Titelpartie des „Lohengrin“ zu erleben, 2022 sang er den Calaf in Puccinis „Turandot“. Sein Repertoire umfasst zentrale Partien des italienischen, französischen und deutschen Fachs – etwa in „Carmen“, „Tosca“, „Lohengrin“, „Parsifal“ und „Werther“ –, aber auch die Operette. Diese stilistische Bandbreite gilt als charakteristisch für sein künstlerisches Profil.
Neben seiner Musiktheater-Präsenz tritt Kaufmann regelmäßig als Konzert- und Liedsänger auf, eine enge künstlerische Freundschaft verbindet ihn mit seinem Klavierpartner Helmut Deutsch. Für seine Leistungen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Titel als Bayerischer und Österreichischer Kammersänger und das Bundesverdienstkreuz. Seit 2024 steht er als Intendant an der Spitze der Tiroler Festspiele Erl.
























